In einem Herzschlagfinale gewinnen die Hurricanes in den letzten Sekunden mit 31:24 gegen die Tabellennachbarn aus Kempten. Selbst Headcoach Tom Smythe hat solch einen Sieg in seinen über 50 Jahren Trainerkarriere noch nicht erlebt!

Knapp über 1.000 Zuschauer hatten bei bestem Footballwetter den Weg ins Ellenfeldstadion gefunden. Mit einem Fallschirmtandemsprung, der im 4. Anlauf endlich klappte, wurde der Gameball ins Stadion gebracht.

Die Gäste starteten mit dem Angriffsrecht. Schnell wurde klar, dass die Canes an diesem Samstagabend ein Problem mit der Runverteidigung in der Mitte haben würden. Grant Isdale bereitete mit einem langen Lauf die ersten Punkte für die Comets vor. Letztlich fand sich das Duo Townsend auf Green zur 6:0 Führung. Die Canes konnten im Gegenzug den Ball zwar bewegen, verloren das Angriffsrecht aber durch einen Fumble an die Bayern. Dieses Mal war es Daniel Conroy, der die 14:0 Führung der Gäste mit einem langen Lauf vorbereitete. Green vollendete die frühe Führung nach erneutem Pass von Townsend.

Auch der nächste Drive der Canes endete mit einem Ballverlust. Eine Interception brachte die Gäste wiederum in Ballbesitz, doch die Verteidigung der Hausherren hatte sich mittlerweile auf den Gegner besser eingestellt.

Nach einem Punt der Comets war es Alexander Haupert selbst, der mit einem sehenswerten Lauf den Anschlusstouchdown erzielte. Kurz vor der Halbzeit stellte Daniel Conroy aber wieder den alten Abstand her. Die Comets vergaben noch eine weitere Chance auf Punkte, denn der anschließende Kick-Off konnte von Ihnen gesichert werden und brachte sie unverhofft wieder in Scoring-Position. Aber das Fieldgoal wurde von Florian Borchert verschossen.

In der Halbzeit fanden die Trainer der Canes wohl die richtigen Adjustments, denn der zweite Durchlauf sollte klar von den Hausherren dominiert sein. Auch der Lauf durch die Mitte konnte jetzt gestoppt werden. Mit insgesamt 24:3 gewannen sie die beiden letzten Quarter und fuhren einen sensationellen Sieg ein.

Zuerst konnte wiederum Alexander Haupert per Lauf verkürzen. Die Saarländer legten mit 3 weiteren Punkten durch Mister 100% Kicker Philip Gabel, der bisher jeden einzelnen Kick in der Saison verwandeln konnte, nach! Das 3. Quarter ging mit 10:0 an die Männer in Schwarz. Die Kemptener kamen noch zu einem weiteren Fieldgoal zur zwischenzeitlichen 24:17 Führung. Bei diesem Drive nahmen sie extrem viel Zeit von der Uhr, so dass dem Team von Tom Smythe nur noch weniger als 3 Minuten für eine Antwort blieb. Schon gegen Schwäbisch Hall hatte die von Alexander Haupert angeführte Offense gezeigt, dass sie einem solchen Zeitdruck durchaus gewachsen ist. Selbst Strafen konnten den Drive nicht stoppen. So kam es unter anderem zu einem 3. Versuch und 17 Yards zu gehen. 10 Yards davon konnte Wesley Miller überbrücken. Der 4. Versuch wurde ausgespielt. Haupert musste dem enormen Druck der Verteidigung ausweichen und sich zusätzlich Zeit erkaufen. Er fand schließlich Corey Brown, der seine Route abgebrochen hatte um seinem Spielmacher zu helfen. Sein Run after Catch brachte das Team nicht nur zum 1. Down sondern bis an die 10 Yard-Line der Comets. 35 Sekunden vor Ende war es Corey Brown, der zum 23:24 verkürzte. Tom Smythe entschied sich dieses Mal für die sichere 1-Punkt-Variante zum Ausgleich, nicht ahnend, wie sich die nächsten Sekunden entwickeln würden. Gabel schoss den umjubelten Ausgleich, der das Tor zu den Play-Offs sehr weit aufstoßen würde.

Es waren noch 25 Sekunden auf der Uhr, als die Comets erneut in Ballbesitz kamen. Offensichtlich wollten sie sich mit diesem Unentschieden nicht zufrieden geben und setzten auf Sieg. Comets Spielmacher Townsend musste gleich beim ersten Spielzug einen harten Hit von Chris Dillenburger nehmen. Trotzdem warf er das Ei in letzter Sekunde in die Richtung des eigenen Receivers. Er fand aber die Hände von Lenny Greene, der das Ei zum 31.24 in die Endzone tragen konnte. Von diesem Schlag konnten sich die Comets nicht mehr erholen!

Nach dem Spiel überlegte Tom Smythe wirklich lange und kam zu dem Schluss, dass er in seiner über 50 jährigen Karriere bisher kein Spiel erlebt hatte, in dem die Verteidigung ein Spiel in den letzten Sekunden mit eigenen Punkten hat gewinnen können.

Dazu sei erklärt, dass das Regelwerk in den Staaten kein Unentschieden vorsieht. Sollte es kurz vor Ende Unentschieden stehen, würde die angreifende Mannschaft in den letzten Sekunden keine Niederlage riskieren und die Zeit konservativ runter spielen lassen, um dann zu versuchen das Spiel in der Overtime zu entscheiden. In Deutschland wiederum gibt es keine Verlängerung. Hätten die Comets sich also mit dem Unentschieden zufrieden gegeben, wäre unsere Verteidigung nie in die Position gekommen, eventuell selbst noch für den Sieg zu sorgen. So war es aber nicht. Die Trainer riskierten Alles und verloren mit dieser Entscheidung das Spiel. Durchaus eine Parallele zu dem letzten Heimspiel, als Tom Smythemit der Two-point-conversion alles auf eine Karte setzte und das Spiel gegen Hall verloren wurde.

Die Play-Offs sind jetzt in greifbare Nähe gerückt. Am kommenden Samstag darf man sich im Ellenfeldstadion gegen die Rhein Neckar Bandits keine Blöße geben und muss den erwarteten Sieg einfahren. Die Spieler freuen sich zumindest auf die große Unterstützung von den Rängen, in der Hoffnung, dass jeder Gast vom Samstag noch einen weiteren mitbringt und die Kulisse noch überwältigender wird!

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