Im letzten Saisonspiel mussten sich die Canes den Stuttgart Scorpions mit 28:49 (7:14/6:21/15:0/0:14) geschlagen geben. Ende des 3. Quarters schien sich beim zwischenzeitlichen Zwischenstand von 28:35 ein vergleichbares Comeback wie aus dem Hinspiel anzubahnen – doch dieses Mal gaben die Spieler von Tom Smythe das Momentum wieder aus der Hand.

 

Vor knapp 1600 Zuschauern begann das Spiel schon kurios. Der Opening Kick-Off der Gäste ging ins Aus. Allerdings hatte sich auch ein Spieler des Returnteams im Abseits aufgestellt, sodass der Opening Kick-Off automatisch wiederholt werden musste. Noch bevor dieser Kick ausgeführt werden konnte, handelte sich der Headcoach der Gäste, Jemil Hamiko, eine zusätzliche 15 Yards-Strafe ein. Als das Ei dann endlich im Spiel war, konnte Collin Bibb es bis an die eigene 40 Yard-Line returnieren. Der erste Spielzug wurde wegen eines Holdings in der Offense Line zurückgepfiffen. Die Canes mussten also direkt mit einem 1. Versuch und 20 Yards zu gehen beginnen. Chris Douglas trug den Pass von Haupert aber zur viel umjubelten 7:0 Fürhrung direkt bis in die Endzone. Doch für die nötige Sicherheit sorgte dieser Blitzstart nicht. Die Verteidigung konnte zwar die ersten beiden Angriffsversuche der Gäste im Keim ersticken, doch im Angriff häuften sich die Fehler. Am Ende des Spiels standen sogar 7 Turn-Overs zu Gunsten der Gäste zu Buche. Zunächst trennten sich jedoch beide Mannschaften jeweils zweimal per Punt von Ihrem Angriffsrecht. Erst gegen Ende des ersten Quarters kamen die Schwaben ins Rollen. Nachdem Collin Bibb auf Saarbrücker Seite eine mögliche Interception nicht festhalten konnte, begann Dylan Potts seine Receiver immer besser in Szene zu setzen. Diesen Drive beendete der Quarterback dann selbst mit einem 6-Yards Lauf in die Endzone zum 7:7 Ausgleich. Je stärker die Gäste aufkamen umso mehr Fehler schlichen sich bei den Hausherren ein. Der erste folgte bereits beim nächsten Spielzug, als Spielmacher Alexander Haupert einen Pass in die Arme des D-Liners Sergey Souleymanov warf. Aus 25 Yards Entfernung trug er das Ei zur 14:7 Führung in die Endzone der Canes. Im weiteren Verlauf sollten die Gäste diese Führung nicht mehr abgeben. Vor allem weil sie direkt nachlegen konnten. Hans Stecher war der nächste Verteidiger der Gäste, der einen Pass von Haupert abfangen konnte. Einen Spielzug später markierte mit Daniel Balkazovic ein weiterer Stuttgarter Spieler Punkte für die Gäste. Für die Hausherren erzielte dann Alex Germany einen nächsten Touchdown und verkürzte somit 13:21. Stuttgart hielt in Person von Steffen Hänelt dagegen und baute den Vorsprung wieder aus. Bereits der folgende Passversuch von Haupert wurde erneut intercepted. Drew Fischer packte zu und brachte sein Team erneut in Ballbesitz. Zu dieser Zeit schien die Verteidigung der Saarländer kein Mittel gegen den Angriff der Gäste zu finden. So war es Dylan Potts, der aus kurzer Distanz den 35:13 Halbzeitstand herstellte.

Nach der Pause präsentierte sich den begeisterten Zuschauern im Ludwigsparkstadion ein komplett anderes Bild. Die Mannschaft von Headcoach Tom Smythe hatte das Ruder an sich gerissen und dominierte die Gäste beinahe nach Belieben. Die Verteidigung lies im gesamten Viertel keinen gegnerischen Raumgewinn mehr zu. Ein ums andere Mal musste Stuttgart punten. Der Angriff schien hingegen endlich ein Mittel gegen die Defense der Gäste gefunden zu haben. Zuerst verkürzte wiederum Alex Germany und dann auch erneut Chris Douglas auf 26:35. Als dann auch noch die Twopointconversion auf Cory Soto funktionierte, waren die Hurricanes wieder im Spiel. Vor allem als Lenny Greene mit einer Interception den Schlusspunkt in diesem Viertel setzte, sahen viele die Canes schon kurz vor dem Ausgleich. Doch zu Beginn des letzten Quarters häuften sich dann wieder die Fehler, die in der Summe einen Sieg unmöglich machten. Die nächsten Szenen entschieden das Spiel. Zuerst wurde Quarterback Alex Haupert bei dem 1 Versuch an der gegnerischen 20 Yard-Line für 10 Yards Raumverlust gesackt. Beim nächsten Lauf nahm er direkt vor der eigenen Teamzone den Kopf runter und nahm den Hit der Defense. Ein kleines Gerangel im Anschluss erhitzte die Gemüter, was eine Flagge gegen die Teamzone wegen unsportlichen Verhaltens nach sich zog. Daraus resultierte ein 3. Versuch und 30 an der gegnerischen 40 Yard-Line. Die Canes mussten punten und agierten auch in dieser Szene sehr unglücklich. Eigentlich war der Punt perfekt in die Nähe der Endzone gekickt. Doch Hunter Jason Thomas versuchte das noch herumspringende Ei an der 3 Yard-Line aufzunehmen, stolperte und fiel in die Endzone. So konnte die gegnerische Offense mit einem Touchback starten, musste nach 3 Versuchen aber direkt wieder punten. Die Verteidigung der Gäste holte an diesem Tag aber die Kohlen für das eigene Team aus dem Feuer. Drew Fischer antizipierte einen schlecht geworfenen Halfback-Pass von Cory Soto und fing ihn ab. Zwei Spielzüge später war es Lamar Hall, der auf Saarbrücker Seite richtig stand und einen Pass von Dylan Potts in der eigenen Endzone abfing. Leider war es Alexander Haupert, der mit einem Fumble dieses Turnover Festival fortsetzte. Dieses Mal konnten die Gäste daraus Kapital schlagen und erhöhten durch Patrick Geiger aus 6 Yards zum 28:42. Angesichts der wenigen verbleibenden Spielzeit entschied sich Coach Smythe beim nächsten Drive, einen 4. Versuch und 10 an der eigenen 49 Yard-Line auszuspielen. Doch der anvisierte Receiver Alex Germany schaute gar nicht nach dem Ball, sodass die Schwaben das Angriffsrecht per Turn-Over-on-Downs zurückerobern konnten. Es blieb Steffen Hänelt vorbehalten, den Sack aus Sicht der Gäste zuzumachen. Aus 42 Yards trug er das Ei zum 49:28 Endstand in Endzone der Canes, die nichts mehr zuzusetzen hatten. Ein erneutes Turn-Over-on-Downs besiegelte den Sieg der Schwaben, die die Uhr dann herunterliefen ließen.

Für die Canes bleibt die bittere Erkenntnis, dass sie ein sensationelles Comeback hätten schaffen können, sich aber mit sage und schreibe 4 Interceptions, einem Fumble und zwei Turn-Over-on-Downs selbst um die Früchte ihrer Arbeit brachten. Das Momentum war Ende des dritten Viertels auf ihrer Seite. Das Publikum war mitgerissen, ob der Vorstellung vor allem in diesem dritten Quarter.

Jetzt freut sich das Team auf das Viertelfinale in Braunschweig. Man fährt sicher als krasser Außenseiter zu den Lions, doch wenn das Team die Fehler minimieren kann, haben sie auch beim Deutschen Meister eine Chance zu bestehen. Alles in Allem bedeuten die 8 Siege bei 6 Niederlagen die bisher beste Saisonbilanz der Saarländer in der 1. Liga. Darauf will man im kommenden Jahr aufbauen.

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