Mit einem hart erkämpften 34:21 (6:7/8:8/8:0/12:6) Sieg über die Rhein Neckar Bandits gewinnen die Saarländer das erste Mal wieder nach 4 Niederlagen in Folge. Die Mannheimer erlaubten sich 7 Turn-Overs!

 

Die Vorzeichen für beide Mannschaften waren klar. Wer noch eine Chance auf die Play-Offs wollte, musste dieses Spiel im Ludwigspark gewinnen. Beide Teams hatten bisher nur 4 Punkte auf der Habenseite. Mit einem Sieg würde man zum Viertplazierten München aufschließen können. Dementsprechend war die Begegnung auch von viel Nervosität geprägt. Viele Fehler im Spiel führten zu insgesamt 400 Yards alleine durch Strafen, die aber mit 210 zu 190 annähernd gleichmäßig verteilt waren. Letztlich haben die vielen Turn-Overs das Spiel zu Gunsten der Saarländer entschieden. Rein statistisch war das Spiel enger als es das Ergebnis hergibt. Die Bandits hatten mit 19 First Downs 2 mehr als die Gastgeber. Auch bei den Nettoyards erzielten die Gäste mit 343 mehr als die Saarländer, die insgesamt nur 300 Yards erzielten. Aber 3 Fumbles und 2 Interceptions der Mannheimer standen nur einem Ballverlust der Saarländer gegenüber. Hinzu kamen noch 2 Turn-Overs on Downs, von denen die Hurricanes allerdings auch 3 hatten.

Angesichts der gravierenden Umstellungen im Team der Gastgeber konnte man vor dem Spiel nicht davon ausgehen, dass am Ende die höhere Ballsicherheit ausschlaggebend für den Sieg sein würde. Nach der Verletzung von Quarterback Alexander Haupert musste Marcus Richardson in die Presche springen. Außerdem fehlten an diesem Samstag mit Swen Norrick und Bastian Schmidt zwei weitere Receiver. Hinzu kamen die notwendigen Umstellungen in der Offense Linie, die ebenfalls nicht zur größeren Sicherheit beitrugen.

Das Spiel eröffneten die Mannheime mit einem Kick-Off, der schon erahnen ließ, wie groß der Respekt der Badenser vor den Returnern der Saarländer war. Sie würden an diesem Tag lediglich kurze hohe Kicks in die zweite Reihe schießen. So wurde der erste Kick von Paul Motzki an der eigenen 40 gefangen und immerhin noch 20 Yards nach vorne getragen. Eigentlich ein beinahe perfekter Start in die Begegnung für die Hausherren. Doch der erste Snap flog gleich hoch über Richardson hinweg und konnte letztlich erst weit in der eigenen Hälfte von Giovannie Dixon gesichert werden. Somit startete die Mannschaft von Tom Smythe mit einem 2. Versuch und 32 in diese wichtige Partie. Folgerichtig sahen sich die Gastgeber bei dem vierten Versuch mit weiteren 12 Yards konfrontiert. Dennoch entschieden sie sich, den Versuch auszuspielen. Giovannie Dixon, erneut der wichtigste Spieler der Canes, kam zwar bis auf ein Yard an das First Down heran, dennoch wechselte das Angriffsrecht zu den Gästen. Bei den Bandits trug Running Back Eric Walton die Hauptlast des Angriffs. Er war es auch, der den ersten Drive mit dem ersten Touchdown der Partie zum 0:7 abschloss. Doch die Saarländer haben einen Runningback, der aus jeder Position Punkte machen kann. Im ersten Versuch des folgenden Drives marschierte er unwiderstehlich über 60 Yards zum 6:7 in die Endzone der Gäste. In der Folge gingen beide Teams mit unterschiedlichem Erfolg das Risiko eines vierten Versuches ein. Zunächst konnten die Bandits einen 4. und 1 an der eigenen 38 nicht konvertieren. Doch die Canes hatten sich noch nicht entsprechend gefunden, um dieses Geschenk anzunehmen. Es kam zu einem 4. Und 13 an der 28 der Mannheimer. Der Pass war zwar incomplete aber ein roughing the passer bescherte ein weiteres First Down. Bis an die 5-Yard-Line ging der Drive der Saarbrücker und blieb dennoch ohne Punkte. Durch ein weiteres Turn-Over on Downs wechselte das Angriffsrecht erneut. Vorangegangen war ein erneuter schlechter Snap. In der Folge wechselte Tom Smythe in der Offense-Linie die Positionen. Der angeschlagene Benedikt Untersteller wechselte auf die Guard Position und Thomas Duus wurde der neue Center. Doch das nächste Geschenk der Bandits nahmen die Canes dann dankend an. Eric Walton fumberlte mittlerweile im zweiten Quarter noch in der eigenen Hälfte. Letztlich war es Giovannie Dixon, der erneut den Weg in die Endzone fand. Er erlief insgesamt 202 Yards und konnte 4 Touchdowns sowie eine Two-Point-Conversion verbuchen.

Auch den folgenden Drive schlossen die Gäste mit einem Fumble ab. Doch die Saarländer mussten sich per Punt vom Angriffsrecht trennen. So konnten die Bandits kurz vor Ende des zweiten Quarters noch einmal mit 15 zu 14 durch einen 14 Yards Pass vom Tim Miscovich auf David Giron in Führung gehen. Die Gastgeber konnten in Halbzeit eins nicht mehr kontern. Marcus Richardson führte sein Team zwar noch bis an die 7 Yard-Line der Mannheimer, aber dann lief die Zeit aus.

In der zweiten Halbzeit kamen die Hausherren aber hoch konzentriert aus der Kabine. Sie zwangen die Gäste mit einem 3 and out direkt zu ihrem ersten Punt und Marcus Richardson konnte mit einem 30-Yards-Touchdownpass auf Sidney Treib nachlegen. Im nächsten Drive zwang Willi Grunwald den gegnerischen Spielmacher in der eigenen Endzone zu Boden, die Schiedsrichter gaben ihm den erhofften Safety aber leider nicht. Stattdessen gelang den Mannheimern ein 75 Yard-Pass auf Eric Walton, der obwohl er bereits 10 Yards Vorsprung hatte von den Verteidigern noch eingeholt werden konnte. Paul Motzki flog von der anderen Spielseite förmlich über den Platz, konnte Walton stellen, der dann von Peter Devoe und AJ Könen getackelt wurde. Eine herausragende Energieleistung der Verteidigungsmannschaft! Spielertrainer Brandon Sweeney beobachtete das Spiel übrigens komplett von außen um die Verteidigung dirigieren. Diese Maßnahme zahlte sich vor allem in der zweiten Halbzeit aus.

Gleich im nächsten Spielzug nach der Energieleistung der Passverteidigung gelang Linebacker Bijan Jelvanie die erste Interception der Partie. Im dritten Quarter änderte sich am Ergebnis aber nichts mehr. Beide Teams mussten noch je einmal punten. Zu Beginn des letzten Quarters fumbelte Marcus Richardson den Ball an der eigenen 18 Yard-Line. Das Spiel drohte zu diesem Zeitpunkt noch aus den Händen der Gastgeber zu gleiten, doch die Defense fing den nächsten Pass von Miscovich ab und sorgte für den vielleicht spielentscheidenden Turn-Over. Mit dem folgenden Ballbesitz machten die Canes den Sack zu. Giovannie Dixon erlief die zwischenzeitliche 28:15 Führung. Rhein Neckar konnte nicht mehr kontern. Auch weil Miskovich das Ei direkt fumbelte und somit die Saarländer zur 34:15 Entscheidung einlud. Dixon nahm diese dann dankend an. Die letzten Punkte für die Gäste waren nur noch Ergebniskosmetik, die aber auch nur aufgrund der bereits besagten umstrittenen Passinterference zustande kamen. Somit haben die Saarländer den Abwärtstrend erst einmal gestoppt. Jetzt haben sie eine Woche Spielpause um sich weiter zu sortieren und dann kommt der Tabellenletzte aus Franken zu Besuch.

Eine Antwort zu “Saarland Hurricanes stoppen Abwärtstrend”

  1. Schnabel sagt:

    Super Spiel und Super Bericht.
    Weiter so 🙂

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