An der neuen Spielstätte beginnen die Canes ihr kleine Heimspielserie mit einem 18:13 (0:7/12:3/0:0/6:3) Sieg gegen die favorisierten Rhein-Neckar Bandits, die somit ihre Titelchancen begraben mussten. Andre Buford und zweimal Bastian Schmitt sorgten für die Touchdowns aus Sicht der Saarländer.

Aufgrund des Aufstiegs der SV Elversberg in die 3. Bundesliga müssen die Saarland Hurricanes für die abschließenden 3 Heimspiele vom gewohnten Ludwigspark in das Waldstadion an der Kaiserlinde in Elversberg umziehen. Am vergangenen Samstag um 18 Uhr war Kick-Off zu der ersten Partie an ungewohnter Stelle. Nicht ganz 600 Zuschauer kamen zu der Kasierlinde-Premiere der Hurricanes, somit war schnell klar, dass man nicht jeden Fan an die neue Spielstätte hatte mitnehmen können. Aber die Zuschauer, die gekommen waren, bereuten die etwas längere Anfahrt nicht. Schon bei dem Auftritt der Nachwuchs-Cheerleader, den Shiny Flames, wurde klar, dass der Funke sehr schnell auf das Publikum überspringen würde. So eng waren Fans, Cheerleader und Mannschaft noch nie bei einem Spiel beisammen. Diesen Effekt sollten auch die Mannschaften auf dem Feld schnell zu spüren bekommen.

Trotz der Unterstützung begannen die Gastgeber nervös. Beim dritten Snap bekam Quarterback Dobson das Ei nicht unter Kontrolle. Die Gäste konnten sich das Angriffsrecht an der saarländischen 38 Yard-Line sichern. Nur 4 Spielzüge später bedient Marco Ehrenfried seinen Lieblingsreceiver Stephan Mertsching in der Endzone mit einem Pass über 19 Yards zur 7:0 Führung der Gäste. Nicht gerade der beste Start für die Hurricanes im neuen Stadion. Aber die Mannschaft sollte sich steigern.

Auch wenn man den folgenden Drive bereits nach 3 Spielzügen wieder per Punt beenden musste – den Gästen ging es nicht besser. Mittlerweile setzte heftiger Regen ein. Doch die Canes fanden immer mehr ins Spiel. Zumindest gelang Dobson mit seiner Offense 3 First-Downs, bevor sie sich vom Angriffsrecht per Punt trennten. Auch die Bandits erzielten einige First Downs, müssen aber letztlich ebenfalls punten. Der Puntversuch von Ehrenfried wurde jedoch geblockt und von Henning Sauber an der 45 Yard-Line der Mannheimer gesichert. Beim nächsten Spielzug lief Buford zum 6:7 in die Endzone der Bandits. Die Seiten waren kurz vorher gewechselt worden. Der Zusatzkick der Saarländer war viel zu flach und wurde dementsprechend geblockt. In der Folge konnte Mannheim immer wieder zeigen, dass sie die Waffen dafür hätten, kontinuierlich über den Platz zu gehen, würden sie sich nicht so viele Regelverstöße erlauben. Insgesamt 215 Yards Strafe für die Gäste sprachen eine deutliche Sprache. Auch beim folgenden Drive spielten Strafen eine wichtige Rolle. Schon an der 11 Yard-Line der Hurricanes angekommen, warf ein persönliches Foul die Angreifer um Ehrenfried um 15 Yards zurück. Im Resultat versuchten sie einen 4. Versuch an der 18 Yard-Line auszuspielen. Der Quarterback setzte den Pass allerdings zu hoch an und die Canes kamen wieder in Ballbesitz. Dobson warf nach einem First Down auf Kopp eine Interception und zusammen mit einem Personal Foul der Saarländer ergab sich ein erneuter Ballbesitz für Mannheim an der 22 Yard-Line der Hausherren. Daron Harmon setzte sich durch und kam bis an die 5 Yard-Line. Beim folgenden Spielzug sollte wieder Harmon das Ei tragen, doch Bijan Jelvani konnte ihm das Ei aus den Händen schlagen. Es war bereits der zweite Fumble der Gäste, der wiederum von einem eigenen Spieler gesichert werden konnte. Dieses Mal war es Ehrenfried, der den Ball an der 20 Yard-Line sicherte. Die Bandits konnten keinen weiteren Raumgewinn erzielen und schlossen den Drive mit einem erfolgreichen Fieldgoalversuch zum 6:10 ab. Mittlerweile waren weniger als eine Minute zu spielen. Doch die Hurricanes zeigten, dass sie mit dem Publikum im Rücken gerade gegen Ende einer Halbzeit die entscheidenden Punkte setzen konnten. Auch wenn die meisten Fouls von Mannheim in deren Offense begangen wurden, es gab auch entscheidende Flaggen durch die anderen Mannschaftsteile. So versuchten die Mannheimer mit einem hohen aber kurzen Kick einen Return durch Andre Buford zu unterbinden. Allerdings signalisierte der receivende Spieler der Saarländer einen Fair-Catch an der Mittellinie. Die Bandits tackelten ihn trotzdem, deshalb ging es an der 35 der Gäste weiter. Drei Spielzüge später bediente Dobson seinen Receiver Bastian Schmitt für einen 29 Yard-Touchdown. Nach dem Catch wurde Schmitt von Denis Derbuc hinter der Endzone in die begrenzende Betonmauer gestoßen. Dafür wurde der Mannheimer vom Platz gestellt. Nach einigen Schrecksekunden konnte Schmitt aber wieder aufstehen und auch weiter am Spiel teilhaben. Der Zusatzpunkt, ein Kick-Fake missglückte und es blieb bei der 12:10 Führung der Saarländer. Die verbleibenden Sekunden führte Ehrenfried sein Tea noch einmal quer über den Platz ohne aber weitere Punkte erzielen zu können.

Im dritten Quarter entwickelte sich eine Abwehschlacht. Die Bandits arbeiteten sich im ersten Drive bis an die 10 Yard-Line der Gastgeber vor, bis ein erneutes Foul den Vorwärtsdrang stoppte. Der resultierende 37-Yards Fieldgoalversuch wurde von den Canes geblockt. In der Folge punteten beide Teams. Zum Ende des dritten Viertels waren die Canes auf Höhe der Mittellinie in Ballbesitz. Auch wenn sie auch diesen Drive mit einem Punt abschließen mussten, konnten sie zumindest die Feldposition deutlich verbessern. Die Mannheimer waren in dieser Phase aber immer in der Lage den Ball gut zu bewegen bis sie in der Redzone der Canes angekommen waren. Dann häuften sich die Fehler auf Seiten der Gäste. Immer wieder wurden sie von eigenen Fouls eingebremst. Im Folgenden Drive, der das 4 Quarter quasi eröffnete, arbeiteten sie sich wieder bis an die 3 Yard-Line der Saarländer vor. Ein Offense-Offside machte aus 1st and goal aus 3 Yards ein 1st and goal aus 8 Yards. Doch auch an dieser Stelle konnte die Verteidigung wieder entscheidend dagegenhalten und die Angriffsbemühungen auf ein Fieldgoal beschränken. Dieser eine Drive hatte fast das gesamte 4. Quarter gedauert. Die Bandits führten jetzt mit 13:12 und es waren nur noch 2:40 auf der Uhr. Doch wie schon in der ersten Halbzeit hatten die Hausherren noch einen Pfeil im Köcher. Nur eine Minute später, nachdem Buford wieder unwiderstehlich über den halben Platz bis an die 15 Yard-Line der Bandits gelaufen war, konnte Dobson Schmitt für 15 Yards in der Endzone bedienen. Nach missglückter TPC führten die Canes bei noch 1:46 zu spielender Zeit mit 18:13. Jetzt war es an den Bandits in dieser spannenden Endphase noch einmal schnell das Feld zu überbrücken. Den Kick-off konnten sie zumindest bis an die eigenen 49 Yard-Line tragen. Ein Pass auf den überragenden Washington brachte ein First Down an der 41 der Hausherren. Der folgende Pass von Ehrenfried ging auf Nicolai Henn, der bis dahin wesentlich auffälliger als sein Kollege Mertsching agierte. Henn fing den Pass an der 25 der Canes, gab den Ball dann aber an Henning Sauber ab. Der Safety der Saarländer konnte Henn den Ball beim Tackle entreißen und sicherte der Mannschaft von Headcoach Al Mode das erneute finale Angriffsrecht. Bei noch 1:22 auf der Uhr ließen sich die Tabellenvorletzten das Haft nicht mehr aus der Hand nehmen und konnten sich für die knappe 30:24 Hinspielniederlage revanchieren.

Das Fazit der Beteiligten zum ersten Spiel an der neuen Wirkungsstätte fiel dann auch sehr positiv aus. Die Stimmung, die die PubliCanes immer schon verbreitet haben, kam aufgrund der Nähe zu den Spielern sehr gut auf dem Feld an und war sicher ein Baustein für diesen wichtigen Sieg. Wenn die beiden kommenden Gegner aus Franken und aus Stuttgart ebenfalls bezwungen werden können, winkt sogar Platz 5 in der Abschlusstabelle. Das junge Team von Al Molde ist jedenfalls heiß auf die beiden abschließenden Spiele auch wenn es nur noch um Platzierungen geht. Die Relegation, die im Kreise der Mannschaft eigentlich nie ein Thema war, ist definitiv vom Tisch. Jetzt können die kommenden Partien an der Kaiserlinde in vollen Zügen genossen werden. Um 18 Uhr werden die Saarland Hurricanes am kommenden Samstag die Franken Knights empfangen, die am Wochenende ihr letztes Heimspiel der Saison gegen den designierten Tabellenletzten und Relegationsteilnehmer Wiesbaden mit 33:22 deutlich verloren haben. Doch Felix Motzki, der Teammanager, hob schon auf dem Platz warnend den Zeigefinger die Franken aufgrund dieses Ergebnisses nicht zu unterschätzen. Wiesbaden sähe traditionell immer gut aus gegen die Franken – ganz im Gegenteil zu den Canes. Man solle aus diesem Ergebnis keinen Rückschluss auf die Spielstärke der Knights ziehen. Auch auf diesen Gegner müsse man sich gewissenhaft vorbereiten, um die Chance zu nutzen an der Kaiserlinde ungeschlagen zu bleiben.

Schreibe einen Kommentar