Mit 27:14 (7:0/0:0/7:7/13:7) gewinnen die Saarland Hurricanes auch ihr zweites Spiel an der neuen Wirkungsstätte im Waldstadion an der Kaiserlinde. Vor 650 Zuschauern überzeugte vor allem die Defense erneut, während der Angriff zu viele Chancen für einen höheren Sieg vergab.

Momentan läuft es gut für die Footballer von der Saar. Der Umzug ins Waldstadion an der Kaiserlinde brachte den 2. Sieg in Folge. Nach der frühen Führung und einem defenselastigem Spiel in der ersten Halbzeit, konnten sich die Hausherren im zweiten Durchgang und vor allem im letzten Viertel entscheidend ab setzen. Vor der Entscheidung ließen sie aber zweimal Chancen auf Punkte fahrlässig aus.

Die Begegnung begann mit einem Drive der Franken. Die Offense um Quarterback Cedric Townsend konnte in den ersten Spielzügen zeigen, dass sie immer gut für schnelle Punkte ist. Sie bewegten die Kette mit einigen First Downs Doch das Angriffsrecht wechselte als Henning Sauber genau so weitermachte, wie er gegen die Rhein Neckar Bandits aufgehört hatte – mit einer Interception. Gegen die Mannheimer war seine Interception das letzte Defense-Play; gegen die Franken gelang ihm dieses Kunststück bereits im 8. Play, nachdem zuvor 2 First Downs von der Verteidigung zugelassen worden waren. Mit der Offense zeigten die Hausherren dann schnell, welches Spiel die Zuschauer zu sehen bekommen sollten. Viele Läufe von Andre Buford und immer wieder Pässe von Quarterback Dan Dobson dazwischengestreut, der zudem noch einige Male selbst ging. Der erste vollständige Pass führte die Canes an die gegnerische 35 Yard-Line. Tibor Sprick, einer der deutschen Jugendmeister im Team hat den Ball in größter Bedrängnis gefangen. Beim folgenden Lauf von Buford fand dieser jedoch keine Lücke in der Verteidigung der Franken und wurde letztlich für 6 Yards Raumverlust getackelt. Es kam aber noch schlimmer für Hausherren, denn die Schiedsrichter hatten gleich 2 Fouls der Offense zu beanstanden. Statt einem Raumverlust von 6 Yards durch den Spielzug mussten die Canes eine Strafe von 30 Yards hinnehmen, die sie zu einem ersten Versuch und 40 Yards an die eigene 35 Yard-Line zurückbrachte. Die Antwort auf diesen Raumverlust kam postwendend. Dan Dobson bediente Bastian Schmidt, der unterwegs seinen Bewacher abschütteln konnte mustergültig mit einem tiefen Pass zur 7:0 Führung. Das Stadion an der Kaiserlinde verwandelte sich wieder in das Tollhaus, dass die Spieler in der Vorwoche so gut puschen konnte.

In der Folge bekamen die Anhänger der Canes in der ersten Halbzeit eine gute Verteidigungsleistung beider Mannschaft zu sehen. Lediglich der dritte Drive der Franken ließ noch einmal die Gefährlichkeit des Gastes aufblitzen, aber wie schon beim ersten Drive endete er mit einer Interception. Dieses Mal griff Middlelinebacker Philipp Plein, ebenfalls einer der Meisterspieler der JuniorCanes, zu. Er startete für den verletzten Bijan Jelvani und löste seine Aufgabe hervorragend. Ansonsten mussten sich beide Teams bis zur Halbzeit meist ohne First Down direkt wieder per Punt vom Angriffsrecht trennen.

Wie zu Beginn des Spieles kam die Offense der Canes mit viel Schwung auf den Platz. Andre Buford war im gesamten Spiel kaum zu kontrollieren und erzielte die 14:0 Führung. Im Eröffnungsdrive der 2. Halbzeit trug er insgesamt 6mal den Ball und überbrückte dabei das Feld quasi alleine. Angesichts der bisherigen Leistung der Verteidigung konnten die Anhänger der Canes hoffen, dass mit diesem 2. Touchdown eine Vorentscheidung zu Gunsten der Hausherren gefallen war. Wenige Sekunden später jedoch kam die Gewissheit, dass eine Unaufmerksamkeit in den Special Teams den gerade erst erzielten Vorsprung wieder sehr schnell eindampfen kann. Timothy Knüttel returnierte den Kick Off von Jochen Stumm postwendend zum 14:7 Anschlusstouchdown in die saarländische Endzone. So ärgerlich dieser Touchdown auch war – auf Seiten der Gastgeber hatte man die Gewissheit, dass das Laufspiel um Andre Buford für den Gegner nur noch schwer zu kontrollieren war. Im folgenden Drive führt der Amerikaner seine Offense wieder unbeirrt bis an die 10 Yard-Line der Gäste. Dort wurde er allerdings erstmals wieder für wenig Raumgewinn gestoppt. Vielleicht deswegen trug Quarterback Dobson für die nächsten beiden Versuche die Verantwortung. Im 2. Versuch lief er für 1 Yard Raumgewinn ins Aus, um im 3. Versuch eine Interception folgen zu lassen. Die Franken wurden von der Defense aber postwendend wieder vom Platz geschickt und der nächste Drive der Saarbrücker startete nach Punt an der gegnerischen 39 Yard-Line. Bis zum Ende des 3. Viertels kämpften sich die Canes wieder bis an die 2 Yard-Line der Franken heran. Doch zu weiteren Punkten kam es nach dem Seitenwechsel nicht, da Dobson einen Snap nicht unter Kontrolle bekam und den Ball an die Defense verlor.

Wie auch in anderen Sportarten rächte sich dieses Auslassen der Chancen auf weitere Punkte. Im letzten Quarter wurde Cedric Townsend und vor allem seine Fähigkeit selbst mit dem Ball zu Laufen ein immer größerer Faktor. Letztlich bediente er wiederum Timothy Knüttel in der Endzone zum Ausgleich.

Jetzt waren wieder die Kämpferqualitäten der Hurricanes gefragt. Und mit den PubliCanes im Rücken konzentrierte sich die Mannschaft auf das Laufspiel um Buford. Ein weiterer Touchdown des saarländischen Runningbacks aus 10 Yards wurde wegen einer Holdingstrafe nicht gegeben. Kurzerhand erlief er dann im folgenden Spielzug die erneute 20:14 Führung aus 20 Yards. Der verschossene Zusatzpunkt sorgte 2 ½ Minuten vor Spielende für einen extra Spannungsbogen, auf den man auf Seiten der Canes auch gerne verzichtet hätte. Denn die Franken legten mit ihrem Angriff gleich wieder nach. Doch einige First Downs später kam es zu der vorentscheidenden Szene. Ähnlich wie in der Vorwoche produzierte die Defense der Canes ein weiteres Turnover nach einem gefangenen Ball. Townsend hatte auf Constantin Fechner gepasst. Dieser fing den Ball zwar zu einem vermeintlichen First Down, fumblete ihn aber bevor er zu Boden ging. Christoph Szepat hatte den Ballverlust mit seinem Tackle forciert. Dieses erneute Turnover nutzte das junge Team von Headcoach Al Molde um das Spiel endgültig zu entscheiden. Erneut war es Buford, der die Offense mit einem Lauf bis kurz vor die Endzone der Gäste brachte. Nach einer False Start Strafe gegen die Saarländer war es dann Dobson, der das Ei über 6 Yards in die Endzone zum 27:14 Endstand trug.

Dieser Drive hatte lediglich 1 Minute von der Uhr genommen. Doch die Franken hatten auf diesen Touchdown keine Antwort mehr. Sie bewegten zwar noch einmal den Ball in Richtung Endzone der Saarländer, ohne aber noch Zählbares zustande zu bringen.

Damit gewinnen die Canes auch das zweite Spiel an der Kaiserlinde. In der kommenden Woche erwarten sie die Stuttgart Scorpions. Mit einem Sieg, der bei der momentanen Formkurve der Footballer von der Saar absolut drin ist, könnten Sie sogar noch Platz 5 in der Tabelle erreichen. Momentan belegt man den 7. Platz. Bei einem Sieg würde man Stuttgart überholen, die einen Punkt mehr auf der Habenseite als die Canes verbuchen können und diesen 5. Platz einnehmen. Die punktgleichen Franken könnten bei einem Sieg der Canes im abschließenden Spiel nur noch verhindern von ihnen überholt zu werden, wenn sie in Mannheim ebenfalls gewinnen würden. Nach den zuletzt gezeigten Leistung gehen die Saarländer als Favoriten in die Partie. Bei einem Sieg bliebe man an der Kaiserlinde ungeschlagen. Ob es dann im Folgejahr weitere Spiele in Elversberg geben wird, muss im Herbst entschieden werden. Im neuen Stadion ungeschlagen zu sein, kann die Entscheidungsfindung sicher beeinflussen.

Eine Antwort zu “Saarland Hurricanes gewinnen gegen Franken”

  1. Torsten Reif sagt:

    Wer übrigens das Kopfkino noch einmal laufen lassen will, der kann sich zusätzlich den Liveticker durchlesen 😉

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