Die 600 Zuschauer sahen zwei starke Abwehrreihen gegeneinander, wobei ein umstrittener Defensetouchdown der Gäste schon früh den entscheidenden Vorsprung brachte.

In dieser Woche konnte das Team von Al Molde das Spiel nicht mehr drehen. Die zwischenzeitliche Führung der Münchner von 19:7 kam unter anderem durch einen Fumble-Return-Touchdown zustande, der eigentlich nicht hätte zählen dürfen. Wie die Fernsehbilder des Saarländischen Rundfunks klar zeigten, war der Ballträger Raphael Kopp bereits am Boden, als sich das Ei selbstständig machte. Eigentlich hätte es First Down Canes heißen müssen anstatt Touchdown Cowboys. Am Ende aus Sicht der Gastgeber leider der entscheidende Call in die falsche Richtung, wobei aber auch klar gesagt werden muss, dass die Hausherren einige Chancen für eine rechtzeitige Ergebniskorrektur ausließen.

Aber zum Spielablauf im Einzelnen. Die Gastgeber kamen mit einer gut aufgelegten Defense auf das Feld. Sie zwangen die Münchner direkt zum Punt und markierten im ersten Drive dann auch die 7:0 Führung durch einen 35 Yards-Catch von Bastian Schmitt. Auch der zweite Anlauf der Bayern wurde im Keim erstickt. Wieder marschierten die Canes bis an die 30 Yard-Line über den Platz. Doch ab da gab es dann kein Weiterkommen mehr. Letztlich trennten auch die Canes sich per Punt von ihrem Angriffsrecht. Das 2. Quarter entwickelte sich in der Folge zu einer Defenseschlacht zwischen den Gelb-Schwarzen und den Schwarz-Roten. Wie so oft in solchen Partien gaben die Special Teams den Ausschlag. Ein Punt der Saarbrücker konnte nach schlechtem Snap geblockt und an deren 37 Yard Line von München gesichert werden. Diese gute Vorlage nutzten die Cowboys eiskalt und glichen durch einen Pass von Carey auf Markus Gärtner zum 7:7 aus. Kurz vor der Halbzeit bei noch 1:26 auf der Uhr kamen die Gäste noch einmal in Ballbesitz. Und im Gegensatz zum restlichen Verlauf der 1. Halbzeit fanden sie in diesem 2-Minute-Drill den richtigen Ansatz, um die Verteidigung der Hausherren in Schwierigkeiten zu bringen. Immerhin bis zur 20 Yardline ging dieser Drive bis er dann im 3 Down mit einem Fieldgoal bei auslaufender Uhr zur 10:7 Halbzeitführung abgeschlossen wurde.
Der Pausentee schien den Hausherren dann nicht so gut bekommen zu sein, denn ihre Angriffsbemühungen endeten beim fünften Play mit einem Defense-Touchdown für München. Sicher ein denkbar ungünstiger Start in eine 2. Halbzeit, zumal wie schon beschrieben der Spieler bereits am Boden war, als er den Ball verlor. Diese Fehlentscheidung soll aber keine Entschuldigung für die Niederlage sein, denn es blieb noch genügend Zeit um dieses Defizit wieder wett zu machen. Aber das 3. Viertel sollte aus Sicht der Hausherren verkorkst weitergehen. Auch die nächsten Angriffsbemühungen wurden im Keim erstickt, denn der Kick-Off Return wurde gefumbelt und brachte München an der 35 der Canes in Ballbesitz. Die Verteidigung der Saarländer war auf der Hut und erreichte ein Three and out mit anschließendem Punt an die 23 der Saarbrücker. Doch die Offense konnte nicht richtig Schwung aufnehmen. Letztlich musste auch Saarland punten. Der Punt wurde dann auch noch geblockt und ging durch die Endzone ins Aus. Mit diesem Safety erhöhten die Gäste auf die zwischenzeitliche 19:7 Führung. Doch die Mannschaft von Al Molde fightete zurück. Angeführt von Dan Dobson entdeckten die Saarländer ihr Passspiel und marschierten quer über das Feld. Die Seiten wurden ein letzes Mal gewechselt und die Canes kamen mit ihrem Drive bis an die 15 Yard-Line der Gäste, Dort musste Dobson jedoch einen 4. Versuch ausspielen, der nicht komplettiert werden konnte. München konnte nicht mehr antworten und musste direkt wieder punten. Erneut machten die Canes essentiellen Raumgewinn in Richtung gegnerische Endzone und erneut war es Bastian Schmitt der seinen zweiten Touchdown des Tages zum 19:13 markieren konnte. Der Zusatzpunktversuch wurde wegen erneuter Probleme beim Snap geblockt.
Der Anschluss war geschafft, doch langsam lief den Gastgebern die Zeit davon. Und tatsächlich gelang es den Münchnern diesen letzten entscheidenden Drive immer wieder am Leben zu halten und bis zum Spielende an die 14 Yard-Line der Saarländer zu treiben. Zumindest unglücklich aus Sicht der Hausherren muss man sicherlich auch die Vielzahl der Roughing the passer calls gegen die Hausherren nennen. Alleine im letzten Drive gab es gleich 2 davon. Eine beim 3 Versuch und 10 noch vor der 2-minute-warning. Eine Flagge gegen München hätte den Drive zum Stoppen bringen können, aber die Undiszipliniertheit der Mannschaft ließ es nicht dazu kommen.
Alles in Allem eigentlich eine starke Vorstellung der Hausherren, die am Ende aber nicht für ihre Bemühungen belohnt wurden, weil sie sich letztlich selbst im Weg standen. Auch wenn 70 Yards Strafe gegen den Heimverein wirklich nicht viel waren, der Zeitpunkt der Strafen gerade im letzten Drive tat dann natürlich sehr weh. Insofern heißt die Devise vor dem Rückspiel gegen Wiesbaden Fehler reduzieren, an den Special Teams arbeiten und weiter am Mix zwischen Pass- und Laufangriff arbeiten.

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