„Wir haben heute den besten Football der bisherigen Saison gespielt“, sagte Alexander Haupert. Der Quarterback der Saarland Hurricanes war nach der Niederlage seines Teams am vergangenen Wochenende gegen die Schwäbisch Hall Unicorns keineswegs schlecht gelaunt. Mit 37:38 verloren die Hurricanes am letzten Samstag im GFL Süd-Heimspiel denkbar knapp gegen den Klassenprimus aus Baden-Württemberg. „Das ganze Team hat gekämpft und wir haben niemals aufgegeben“, sagte Haupert.

Dabei war sogar ein Sieg der Hausherren möglich: Nach dem Anschluss-Touchdown der Hurricanes zum 37:38 bei bereits ausgelaufener Uhr setzte Head Coach Tom Smythe auf Sieg – die folgende Two-Point-Conversion kurz vor dem Ende des Spiels misslang allerdings und die Überraschung blieb aus. Aber von Anfang an.

Die 725 Zuschauer im Ellenfeldstadion in Neunkirchen sahen im ersten Quarter eine klare Dominanz der Gäste aus Schwäbisch Hall. Schon im ersten Drive des Spiels marschierte die Offensive der Unicorns scheinbar mühelos über das Feld. US-Running Back Anthony Bilal markierte mit einem Lauf über 8 Yards den ersten Touchdown für die Gäste. Nach dem erfolgreichen PAT durch Tim Stadlmayr stand es 0:7. Nachdem sich im Folgenden die Offense der Hurricanes per Punt vom Ball trennen musste, gelangte der Angriff der Unicorns mit einer Mischung aus Pässen und Läufen ein weiteres Mal in die Endzone der Gastgeber: Quarterback Marco Ehrenfried bediente Wide Receiver Patrick Donahue mit einem Pass über 18 Yards zum 0:13. Stadlmayr erhöhte per Kick auf 0:14.

„Wir haben uns am Anfang noch ziemlich schwer getan, auch wegen einiger unnötiger Strafen, sind dann aber besser ins Spiel gekommen“, berichtet Haupert. Der Weckruf für die Hurricanes kam dabei in Gestalt eines Big Plays am Anfang des zweiten Quarters: Nach einem weiteren Punt der Gastgeber konnte Returner Donahue den Ball nicht unter Kontrolle bringen. Jason Thompson sicherte das Lederei für die Hurricanes. Drei Versuche später warf Haupert einen Touchdown Pass zu Receiver Todd Harrelson. Nach dem Extrapunkt durch Philipp Gabel verkürzten die Saarländer auf 7:14. Wenig später jedoch war der alte Punkteabstand wieder hergestellt: Unicorns-Receiver Joseph Joyner erzielte im folgenden Drive nach einem Pass von Ehrenfried den nächsten Touchdown für die Gäste. Nach Kick durch Stadlmayr stand es 7:21.

Gegen Ende der ersten Halbzeit begann die erste turbulente Phase des Spiels. Nach einem Field Goal durch Philipp Gabel verkürzten die Hurricanes auf 10:21. Durch ein Big Play von Bilal – der Running Back der Unicorns erlief durch einen Screen 50 Yards – konnten die Gäste jedoch wenig später wieder tief in die Hälfte der Hurricanes vordringen. Durch ein Field Goal von Stadlmayr erhöhten die Gäste schließlich auf 10:24. Doch die Hurricanes zogen innerhalb der 2-Minute-Warming nach: Mit einem spektakulären Catch erzielte Receiver Bryan Billy die nächsten Punkte für die Gastgeber. Nach einem Pass über 50 Yards von Haupert hielt Billy den Ball in der Endzone des Gegners fest. Nach Extrakick durch Gabel stand es nun 17:24. Doch damit nicht genug: In den letzten Sekunden der ersten Halbzeit legten die Unicorns noch einmal nach: Von der Mittellinie aus warf Ehrenfried einen weiteren Pass in die Endzone. Receiver Tyler Rutenbeck stand richtig und fing den Ball zum 17:30 für sein Team. Nach einem weiteren Kick von Stadlmayr ging es mit 17:31 in die Kabinen. „Dieser Touchdown am Ende der ersten Halbzeit darf auf keinem Fall passieren“, sagte Haupert.

In der zweiten Halbzeit gewannen die Hurricanes die Oberhand und erzielten den einzigen Touchdown des dritten Quarters: Running Back Corey Brown markierte mit einem Lauf über acht Yards den Anschluss zum 23:31 für die Saarländer. Gabel verkürzte per Kick auf 24:31. Zu Beginn des letzten Spielabschnitts kam die Offensive der Unicorns aber wieder in Fahrt und punktete erneut: Running Back Bastian Ziegler jubelte nach einem Lauf über 17 Yards in der Endzone der Saarländer. Nach erfolgreichem PAT durch Stadlmayr erhöhten die Gäste auf 24:38.

Nun, in der Mitte des vierten Quarters, begann die zweite turbulente Phase der Partie mit einem hochspannenden Finale am Schluss. Nach einem Touchdown der Hurricanes durch US-Import Wesley Miller und Extrapunkt durch Gabel zeigte das Scoreboard nun einen Punktestand von 31:38. Miller, der eigentlich als Safety engagiert wurde, war in dieser Situation als Quarterback in der Wildcat Formation der Saarländer zu sehen. Die Defensive der Hurricanes hielt den folgenden Angriffsbemühungen der Unicorns stand. Doch auch Haupert musste sich ein weiteres Mal vom Ball trennen, bevor er kurz vor Ende des Spiels eine letzte Chance erhielt, mit seiner Offense den Ausgleich zu erzielen. Nach vielen Strafen auf beiden Seiten hatte der Spielmacher der Saarländer bei nur noch 3 Sekunden auf der Uhr eine letzte Chance. Aus 12 Yards war es dann wieder durch die Luft erfolgreich. Swen Norrick fing den Touchdown Pass von Haupert zum 37:38 in der Endzone der Unicorns mit einem spektakulären Catch. Saarlands Head Coach Smythe entschied sich gegen den Kick durch die Torstangen und damit gegen den sicheren Ausgleich. Stattdessen schickte er wieder Miller und die Wildcat Formation aufs Feld. Der folgende Pass von Miller fand sein Ziel jedoch nicht und die Unicorns feierten den siebten Sieg in Folge. „Es war ein guter Playcall und Todd (Harrelson) war in der Endzone auch frei. Ich war einfach zu aufgeregt und habe den Pass nicht anbringen können“, erklärte Miller.

Die Hurricanes stehen nach ihrer dritten Niederlage im sechsten Spiel auf dem fünften Tabellenplatz in der GFL Süd. Am kommenden Wochenende trifft die Mannschaft im Auswärtsspiel auf die Stuttgart Scorpions.

(Autor: Hendrik Voss, auch zu lesen auf www.football-aktuell.de und in der aktuellen Huddle-Ausgabe, Bild Dirk Haupert)

Schreibe einen Kommentar