„Wir haben gegen Stuttgart endlich mal geschafft, direkt im ersten Quarter mutig zu spielen“, sagte Alexander Haupert. „Und sind nicht erst in der zweiten Halbzeit aufgewacht.“ Der Quarterback der Saarland Huricanes war sichtlich zufrieden mit der Leistung seines Teams am vergangenen Wochenende. Im Auswärtsspiel in der GFL-Süd gegen die Stuttgart Scorpions siegten die Saarländer am Samstag mit 30:35 – und wahrten mit dem Erfolg ihre Chancen auf die Playoffs.

Die ersten Punkte der Partie waren dabei den Hausherren vorbehalten: Einen sehenswerten ersten Drive über das gesamte Spielfeld schloss Manuel Fischer mit einem Touchdown ab. Der Receiver der Scorpions fing einen Pass seines Quarterbacks Shane Carden in der Endzone der Saarländer. Doch auch die Offensive der Gäste war von Beginn an hellwach: Haupert bediente seinen Receiver Todd Harrelson mit einem mustergültigen Touchdown-Pass über 30 Yards. Der Angriff der Gastgeber benötigte jedoch nur einen Spielzug, um den alten Punktabstand wieder herzustellen: Scorpions Wide Receiver Fabian Waigel lief, von der Hurricanes Defense unbemerkt, quer über das Feld. Carden ließ ihm durch die Luft den Ball zukommen. Die restlichen 70 Yards in die Endzone legte Waigel im Sprint zurück. Nach einem erfolgreichen PAT-Versuch gingen die Stuttgarter am Ende des ersten Quarters mit 14:7 in Führung.

Noch vor der Pause schafften es die Stuttgarter ein weiteres Mal, die Goalline der Gäste zu überwinden: Quarterback Carden erlief einen Touchdown. Aber die Hurricanes hielten dagegen. Mit zwei kurzen Läufen von Safety Wesley Miller glichen die Saarländer aus. Der US-Import war, wie schon im letzten Spiel, kurz vor der Endzone des Gegners in der Wildcat-Formation als Quarterback zu sehen. Somit ging es mit einem Score von 21:21 in die Kabinen.

„Wir haben generell wieder zu viele dumme Fouls in wichtigen Situationen verursacht, die uns immer wieder First Downs gekostet haben“, erklärte Haupert. Trotz der vielen Strafen für die Hurricanes, ging die Mannschaft im dritten Quarter zum ersten Mal in Führung. Nach einem Fieldgoal der Stuttgarter durch Pascal Flöser zum 24:21, passte Haupert den Ball zu Bryan Billy, der erst in der Endzone der Scorpions zum Stehen kam. Nach erfolgreichen Extrakick durch Philip Gabel zeigte die Anzeigentafel einen Spielstand von 24:28.

Im letzten Spielviertel legten die Saarländer nach: Running Back Jason Thompson lief nach einem Shuffle-Pass von Haupert über 35 Yards zum Touchdown. Nach einem Big Play und Touchdown des Stuttgarters Rocco Scarfone stand es gegen Ende des Spiels 30:35. Nachdem sich die Hurricanes per Punt vom Ball trennen mussten, erhielten die Gastgeber wieder den Ball und damit die letzte Chance, das Spiel zu gewinnen. Eine Interception von Miller machte diese Hoffnungen jedoch zunichte.

Nach dem Sieg am Wochenende stehen die Hurricanes auf dem vierten Tabellenplatz der GFL-Süd. „Mit der Leistung der letzten beiden Spiele, haben wir gute Chancen Frankfurt oder Kempten zu schlagen. Dann sind wir wieder voll im Rennen um die Playoffs“, sagte Felix Motzki, Sportlicher Leiter der Hurricanes. Zumindest ein Punkt gegen eines der Top-Teams der Liga wird wohl noch vonnöten sein, wollen die Hurricanes auch Anfang September auf dem vierten Rang stehen, um sich damit die Teilnahme an der Endrunde zu sichern. Den direkten Vergleich mit den Scorpions nämlich haben die Saarländer in der Summe leider verloren, weil sie im Hinspiel eine höhere Niederlage kassierten als der Sieg am Wochenende ausgefallen ist. Insofern heißt es jetzt für die Mannschaft das spielfreie Wochenende zur Regeneration nutzen und sich akribisch auf die Allgäu Comets vorbereiten, die am 16.7. zum Ursapharm-Gameday ins Ellenfeldstadion kommen.

Bericht: Hendrik Voss, Bild: Stuttgart Scorpions

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