Vor einer stimmgewaltigen Anhängerschaft aus dem Saarland ließen die Canes von Anfang an keinen Zweifel daran, wer Herr im Hause ist. Auf der Tribüne waren die „Fronten“ schnell geklärt. Schon beim Einlauf war klar, dass die PubliCanes in Mannheim den Ton angeben würden. Das Team von Headcoach Tom Smythe wurde frenetisch bejubelt. Dem hatten die Fans der Gastgeber nur wenig entgegenzusetzen.

Auf dem Platz sah es zunächst anders aus. Spielmacher Sonny Weishaupt führte seine Bandits kontinuierlich über den Platz. Ein ums andere Firstdown gelang den in schwarz spielenden Mannheimern. Erst eine Holdingstrafe bremste den Vorwärtsdrang im Eröffnungsdrive. An der 30 Yard-Line der Canes konnte ein vierter Versuch zu keinem Firstdown umgewandelt werden. Erstmals führte Alexander Haupert seine Offense aufs Feld. Souverän dirigierte er seine Offense bis kurz vor die Endzone. Am Ende des Drives war es Corey Brown, der das Ei zum 7:0 über die Linie trug. Kicker Philip Gabel sollte an diesem Tag alle Zusatzpunkte verwandeln, auch wenn einer der Kicks nach mehreren Strafen zu einem 40-Yarder mutierte.

Neben Gabel gab es eine Reihe von Spielern, die ihre ganz eigene Erfolgsstory zu diesem 49:0 beitrugen. Peter Devoe z.B. gelangen insgesamt 3 Interceptions. Mit seiner 1. beendete er den zweiten Drive der Mannheimer. Doch die Canes konnten nicht direkt nachlegen. Sie mussten sich ihrerseits mit dem ersten von 2 Punts vom Angriffsrecht trennen. Da die Bandits aber ebenfalls keine offensiven Yards zusammenbrachten, wechselte das Angriffsrecht wieder und Alex Haupert konnte den nächsten Anlauf nehmen. Er überquerte mit seiner Offense das Feld und vollendete den Drive, indem er selbst zum 14:0 in die Endzone lief. Bisher hatten die Teams schon sehr viel Zeit von der Uhr genommen. Die Bandits wollten vor der Pause unbedingt noch punkten, scheiterten aber mit einem 4. Versuch an der 35er der Canes. Auf der Uhr waren nur noch 1 Minute und 45 Sekunden zu spielen. Dieser Zeitdruck stellte für Haupert aber kein Problem dar. Mit nur noch 6 Sekunden auf der Uhr fand er aus 15 Yards seinen Receiver Todd Harrelson zum 21:0 in der Endzone.

Der Halbzeittee konnte aus Sicht der Saarländer entspannt genossen werden. Die Messe schien gelesen. Und tatsächlich konnten die Bandits auch in Abschnitt zwei nichts Entscheidendes mehr entgegensetzen. Auch wenn sie den ersten Drive der Canes aufhalten konnten und einen Punt erzwangen. Die eigene Angriffsreihe war es, die das Spiel letztlich gegen sich entschied. Denn Sonny Weishaupt bediente erneut Peter Devoe, der seine zweite Interception bis an die gegnerische 8 Yard-Line tragen konnte. Von dort verwandelte wieder die Kombo Haupert/Harrelson zum 28:0. Mit der folgenden Angriffsbemühung kamen die Bandits wieder nur bis zur eigenen 30 Yard-Line, wo sie das Ei per Fumble abgaben. Dieses Mal bediente Haupert Neuzugang Domonique Jefferson zum erneuten Touchdown. Spätestens nach dem 35:0 war nur noch die Frage offen, ob den Gastgebern noch die Ehrenpunkte gelingen sollten. In der Verteidigung der Canes wurde fleißig durchgewechselt. Pech für die Bandits, dass Peter Devoe aber durchspielen sollte. Erneut fing er einen Pass von Sonny Weishaupt ab. Dieses Mal verwandelte Alexander Haupert die Vorlage selbst mit einem sehenswerten Lauf in die Endzone zum 42:0. Es sollte seine letzte Aktion gewesen sein. Nach 3 TD-Pässen und zwei selbst erlaufenen TDs durfte er die Pads ausziehen und das letzte Viertel von der Sideline beobachten. Nach einem erneuten Turnover on Downs übernahm Pascal Müller die Regie in der Offense. Gleich zweimal konnte er einen Runningback in die Endzone schicken. Doch beide TDs wurden jeweils wegen einer Holdingstrafe zurückgenommen. Sowohl Corey Brown als auch David Levardi hatten die Endzone erreicht. Stattdessen gab es den dritten Punt der Begegnung für die Canes. Doch die Mannheimer waren wohl wild entschlossen weitere Gastgeschenke zu verteilen. An der eigenen 16 Yard-Line spielten sie einen 4. Versuch und 3 aus. Der Pass war incomplete und Pascal Müller kam mit seiner Offense wieder aufs Feld. Erneut fand David Levardi die richtige Lücke. Dieses Mal wurde von den Schiedsrichtern kein ahndungswürdiges Vergehen festgestellt. Das 49:0 war gleichzeitig der Endstand.

Alles in Allem war es erneut ein gelungenes Heimspiel in Mannheim. Jetzt kann sich die Mannschaft zwei Wochen lang auf das Duell mit dem Deutschen Vizemeister in Schwäbisch Hall vorbereiten, bevor es dann am 4.6. zum ersten echten Heimspiel im Neunkircher Ellenfeld kommt. Bis zum kommenden Wochenende grüßen die Canes übrigens von der Tabellenspitze, von wo sie am spielfreien Wochenende aber sicher verdrängt werden. Die punktgleichen Unicorns treten dann nämlich in Mannheim an und die punktgleichen Comets zu Hause gegen München. Alles andere als zwei Siege der Favoriten käme einer Sensation gleich!

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