Die Saarland Hurricanes gewinnen zum ersten Mal überhaupt in Stuttgart bei den Scorpions. Lediglich 2002 gab es bisher bei einem Unentschieden keine Niederlage bei den Schwaben. Die Verteidigung war über die gesamte Begegnung überragend. Stuttgart schaffte in der gesamten Partie aus eigner Kraft nur einen guten, langen Drive. Auf der anderen Seite ging es ebenfalls schwer los für die Saaarbrücker Angreifer, aber ab dem zweiten Quarter zeigte Quarterback Alexander Haupert zusammen mit seinem Team, dass sie den Ball auch gegen die herausragende Verteidigung der Scorps bewegen konnten. So kam es in den letzten Minuten zu einem echten Showdown mit einem Touchdown durch Haupert, einer gelungenen 2Point-Conversion im 3! Anlauf und einem geblockten Fieldgoal zum Sieg bei auslaufender Uhr.

Die Canes begannen wieder mit der Verteidigung und schickten die Schwaben mit einem 3 and out vom Feld. Aber auch die eigne Offense wollte so gar nicht ins Spiel kommen. Unnötige Fehler erschwerten die Aufgabe gegen die starke Verteidigung der Gastgeber. Durch eine Interception kamen die Hausherren dann auch das erste Mal gefährlich vor die Endzone der Canes. Die Verteidigung hielt aber und ließ nur ein Fieldgoal zu. Im 2. Quarter war es der Spielmacher der Stuttgarter, der mit einem 60 Yardrun den ersten Touchdown der Partie vorbereitete. Die Gastgeber gingen mit 10:0 in Führung. Aber wie bereits eingangs erwähnt, fand der Angriff der Canes im Laufe des 2. Quarters sein Rezept um positive Yards zu erzielen. Letztlich bediente Haupert Cory Soto in der Endzone zum 6:10. Der anschließende Extrapunkt wurde geblockt und zum 12:6 Halbzeitstand zurückgetragen.

Die zweite Halbzeit begann aus Sicht der Saaarländer mit einem Schock. Alex Haupert warf eine zweite Interception, die komplett zum 19:6 retourniert wurde. Aber wer befürchtete, dass dies ein Neckbreaker war, der kennt das Team der Canes noch nicht! Haupert spielte unbeirrt weiter und wurde immer souveräner. Aber auch der nächste Drive endete mit dem Ball in den Armen eines Verteidigers. Bei einem 4. Versuch und 6 Yards bis zur Endzone, warf der Spielmacher seine 3 und letzte Interception. Die Verteidigung der Canes war aber wiederum zur Stelle und lies keine weiteren Punkte zu. Im nächsten Anlauf klappte dann die Kombination Haupert auf Pietsch und die Spieler von Headcoach Tom Smythe verkürzten auf 12:19. Bei nur noch 4 Minuten auf der Uhr kam die Offense der Canes erneut in Ballbesitz. Collin Bibb returnierte den Punt bis in die Häflte der Scorpions. Und die Offense marschierte weiter. Im Laufe der ersten Halbzeit hatte die Offense Line übrigens schon Benedikt Untersteller wegen eines Platzverweises verloren. Michael Eberle war gar nicht erst mit nach Stuttgart gekommen. Der Offense gingen die Linemänner langsam aus. Als dann auch noch gleich zwei O-Liner nach einem Spielzug im letzten Drive erst einmal liegen blieben, rückte der mögliche Sieg kurzfristig in weite Ferne. Doch beide Jungs rappelten sich wieder auf, humpelten zur Line of scrimage und spielten weiter. Beim nächsten Spielzug markierte Alex Haupert selbst den 18:19 Zwischenstand. Und wieder blieb ein O-Liner liegen. Dieses Mal musste er vom Feld. Die Canes hatten aber tatsächlich keinen Spieler mehr an der Sideline, der mit einem O-Line-Trikot hätte spielen können. So kam irrtümlich die Nummer 88 als Linienspieler aufs Feld. Die Offense ging all in und versuchte die TPC. Cory Soto fing, aber der Versuch war wegen der falschen Nummer ungültig. Statt 20:19 gab es 5 Yards Strafe. Wegen des Lärms im Stadion bekam die Sideline das Vergehen erst einmal gar nicht mit. Man stellte sich erneut mit der 88 zum nächsten Versuch auf. Die Trainer registrierten den Fehler aber noch bevor der Spielzug losging  und nahmen ein Timeout. Das Ganze war aber so knapp vor dem Spielzug, dass die Spieler das nicht mitbekamen und den Spielzug erneut erfolgreich auspielten. Chris Douglas hatte gefangen. Die erneute Flagge wegen der 88 kam auch, aber wie gesagt, das Time Out war noch rechtzeitig. Schließlich rappelte sich der angeschlagene Lineman (Fabius Keller) wieder auf und kam für die 88 zurück aufs Feld. Und auch im 3. Anlauf funktionierte die TPC. Chri Douglas fing den Pass von Haupert zum 20:19. Es waren nur noch 1:19 zu spielen. Die Scorpions hatten eine letzte Chance und schienen die auch zu nutzen. Auch dank unnötiger Strafen kamen sie 4 Sekunden vor Schlusss bis an die 32 Yard-Line. Der Snap zum 49-Yards Fieldgoalversuch war aber schlecht. Als der Holder den Ball endlich unter Kontrolle bringen konnte, war Lenny Green zur Stelle und blockte den Schuß.

Der Jubel kannte keine Grenzen! Zum ersten Mal haben die Canes in einem wahren Krimi die Festung Gazi Stadion erobert. Auch die mitgereisten Fans hatten dem Team über die gesamte Partie hinweg lautstark den Rücken gestärkt und konnten sich über diesen Sieg freuen. Die Saarland Hurricanes überholen mit diesem Sieg die Stuttgarter in der Tabelle und gehen als Tabellenführer in die Spielpause. Gratulation an die Mannschaft und alle Beteiligten zum 7. Sieg in Folge in der 1. Bundesliga. Auch das hatten die Canes bisher noch nie geschafft!

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