Mit 17:31 (0:10/2:7/8:0/ 7:14) verlieren die Saarland Hurricanes den Heimauftakt gegen die Stuttgart Scorpions. Sportlich wäre mehr drin gewesen, aber letztlich fehlte an diesem Samstagnachmittag die Konstanz im Spiel. Vor allem der Angriff hatte Probleme seinen Gameplan umzusetzen. Iim 3. Viertel zeigte zumindest die Verteidigung, dass sie in der Lage war, den Gegner zu kontrollieren. In dieser Phase schien den Gästen das sicher geglaubte Spiel aus den Händen zu gleiten. Letztlich profitierten sie aber von den Fehlern der Saarländer und schaukelten dann das Spiel souverän nach Hause.

Schon im ersten Drive vor 1.500 Zuschauern im für die Hurricanes neuen Heimstadion am Ellenfeld in Neunkirchen bewegten die Schwaben den Ball über das gesamte Feld, bevor sie durch eine starke Verteidigung  der Canes innerhalb der 10-Yard-Line doch noch gestoppt wurden. Mit dem folgenden Fieldgoal brachten sie aber die ersten Punkte zum 0:3 aufs Board.

Die Angriffssequenz der Saarländer war schnell wieder vorbei. Nach nur einem First Down musste sich die Offense um Quarterback Alexander Haupert schnell per Punt vom Angriffsrecht trennen. Stuttgart viel es noch ein wenig leichter offensive Yards zu machen. Mit einem Big Play erhöhten sie auf 10:0. Fabian Weigel fing beinahe unbedrängt einen 46 Yards-Pass von Quarterback Shane Garden. Aber sie taten sich auch zunehmend schwerer. Beide Angriffsformationen gaben in der Folge jeweils zweimal den Ball per Punt ab, bis die Canes die ersten Punkte für sich reklamieren konnten. Moritz Böse tacklete Shane Garden in dessen Endzone und erzielte so einen Safety. Die Mannschaften hatten zwischenzeitlich die Seite gewechselt. Mehr als 2 Punkte sprangen aber in der folgenden Sequenz für die Hausherren nicht heraus. Zu oft war Spielmacher Alexander Haupert unter Druck oder fand seine Receiver nicht. Während der Motor in der Offense der Canes weiterhin stockte, nahmen die Scorpions wieder Fahrt auf. Shane Garden führte seine Formation über das gesamte Feld um dann am Ende selbst aus 3 Yards in die Endzone zu laufen. Zur Halbzeit stand es bereits 2:17 aus Sicht der Hausherren. Doch wer meinte, das Spiel sei schon entschieden, fühlte sich im dritten Quarter an die Begegnung des letzten Jahres in Stuttgart erinnert, als die Saarländer ein bereits verloren geglaubtes Spiel in der 2. Halbzeit noch zu drehen vermochten.

Der Start in den zweiten Abschnitt gelang den Canes allerdings nicht. Haupert, selbst schwer unter Druck, legte einen Ball auf Pascal Müller zu weit in den Lauf in die Arme eines Stuttgarter Verteidigers. Jetzt schlug die Stunde der Verteidigung. Sie war mit dem richtigen Rezept aus der Pause gekommen und drängte die Angriffsformation der Stuttgarter immer wieder zurück. An der 49 Yard-Line der Canes gestartet, mussten sie den Drive an der eigenen 20 per Punt beenden, den Wesley Miller unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer zum ersten Touchdown der Canes bis in die Endzone zurücktrug. Mit gelungener 2-Point-Conversion von Haupert auf Harrelson verkürzten die Neu-Neunkirchener auf 10:17. Auch die folgende Sequenz der Schwaben war geprägt von ausgiebigen Fluchtversuchen ihres Quarterbacks, der zunächst keine Antwort auf die Umstellungen der Canes hatte. Beim 4. Versuch und immer noch 15 Yards zu überbrücken, befreiten sich die Scorpions mit einem Punt. Leider war die Offense der Canes an diesem Tag nicht in der Lage Kapital aus der guten Arbeit der Verteidigung zu schlagen. Sowohl aus dem Punt als auch aus der späteren Interception von Lenny Greene resultierte nichts Zählbares. Stattdessen befreiten sich die Gäste aus der engen Umklammerung der Men in Black allmählich. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kam auch sicherlich eine weitere Interception durch Haupert, die das Momentum zu killen schien. Einmal konnte die Verteidigung sich noch gegen den Vorwärtsdrang der Gäste stemmen, indem sie einen 4. Versuch und 1 an der eigenen Goalline erfolgreich verteidigten. Von der eigenen Angriffsformation kam aber zu wenig Unterstützung. Nach nur 3 Versuchen war die Defense schon wieder auf dem Feld und man konnte deutlich erkennen, dass ihr langsam die Puste ausging. Letztlich nutzten die Stuttgarter diesen Vorteil und scorten mit einem 30 Yard-Lauf im letzten Quarter. Dass Todd Harrelson noch einen schönen Touchdowncatch gelang, konnte das Spiel aus Sicht der Saarländer nicht mehr retten. Stuttgart hatte sich am Ende die Hoheit an der Line of Scrimage erkämpft und bewegte im letzten Quarter den fast ausschließlich nur noch über den Lauf.

Shane Gardner selbst blieb es vorbehalten, die letzten Punkt mit einem 2-Yardlauf zu erzielen. Am Ende waren die Spieler von Headcoach Thomas Smythe die frustrierten Verlierer der Begegnung, wohl wissend, dass bei dieser Heimpremiere wesentlich mehr drin gewesen war. Zumindest den Kampf nie aufgegeben zu haben, konnte man ihnen attestieren, was sicherlich nur ein schwacher Trost war. Wichtig allerdings war dies für das Publikum, dass dieses erste Spiel im Ellenfeld regelrecht gefeiert hat. In zwei Wochen beim  Heimspiel gegen die Munich Cowboys sind dann im Umfeld die einen oder anderen Hausaufgaben für die Organisatoren auch gelöst, der Rasen vielleicht noch ein wenig kürzer geschnitten und vor allem die Mannschaft bereit, 2016 auch im Saarland den ersten Sieg einzufahren.

Schreibe einen Kommentar