American Football
ein Sport der Gegensätze. Spektakuläre Aktionen auf dem Spielfeld
wechseln mit Unterbrechungen ab, in denen die Mannschaften ihre Taktik
beraten. Einige Spieler sind groß und stark,andere schmächtig
und schnell. Kraft ist genauso erforderlich wie Intelligenz,Flexibilität
und Geschicklichkeit. American Football kombiniert sämtliche Eigenschaften
anderer populärer Sportarten
Action,Athletik,Spannung
Doch in erster
Linie bedeutet American Football Fun! Und je mehr man über das Spiel
weiß,desto mehr Spaß macht es. Football ist ein sehr komplexes
Spiel - besonders auf professionellem Niveau aber die Grundregeln sind
für jeden einfach zu verstehen.
Spielfeld
und Spielgerät:
Das Spielfeld
besteht aus einem Rechteck mit 100 Yards (100 Meter) Länge und 50
Yards (50 Meter) Breite. (Da die Maße in Deutschland nicht umgerechnet
werden, gilt dort ein Yard entspricht einem Meter.) An beiden Enden
des Feldes markieren weiße Torlinien den Beginn der Endzone. Jede
Mannschaft
verteidigt
eine Endzone. Um Punkte zu erzielen, muß sie den Ball in die 10 Yards
(10 Meter) breite gegnerische Endzone tragen, passen oder treten. Parallel
zur Endzone verlaufende Linien unterteilen das Spielfeld in 5 Yards (5
Meter)große Abschnitte. An den Längsseiten wird das Feld durch
die Seitenlinien begrenzt. Im Abstand von 15 Metern parallel zu den Seitenlinien
verlaufen die Hash marks. Jeder Spielzug beginnt auf oder zwischen diesen
Hash marks. In der Mitte der hinteren Begrenzungslinien der Endzonen befinden
sich die Tore. Sie bestehen aus einer 10 Feet (3,05 Meter) hohen Stange,
auf der eine 18 Feet 6 Inches (5,60 Meter) breite Querstange befestigt
ist. An deren Enden ragt jeweils eine weitere Stange senkrecht nach oben.
Der Ball:
Der eiförmige
Hohlball besteht aus einer mit Luft gefüllten Gummiblase, die mit
Leder überzogen ist. Sein Durchmesser beträgt an der Längsachse
28,58 Zentimeter, an der Querachse 17,94 Zentimeter. Er ist zwischen 395
und 425 Gramm schwer.
Spieler:
American Football
wird von zwei Mannschaften aus jeweils elf Feldspielern gespielt. Jede
Mannschaft versucht, Raum zu gewinnen und den Ball in die gegnerische Endzone
zu befördern. Die Mannschaft, die im Ballbesitz ist, ist die angreifende,
die Mannschaft, die ihre Torlinie gegen die Angreifer schützt,
die verteidigende
Mannschaft. Für bestimmte Standardsituationen werden spezialisierte
Spieler (Special teams) eingewechselt. Die elf Spieler der angreifenden
Mannschaft unterteilt man in zwei Gruppen: sieben Linemen, die an der Line
of Scrimmage (imaginäre Anspiellinie) postiert sind, sowie vier Backfieldspieler,
die auf verschiedenen Positionen hinter den Linemen stehen. Den mittleren
Lineman nennt man Center. Neben ihm befinden sich ein linker und rechter
Guard. Neben den Guards sind der linke und der rechte Tackle postiert.
Außen stehen Tight-End und Split-End. Der Spieler direkt hinter
dem Center ist der Quarterback, er führt den Spielzug der angreifenden
Mannschaft. An Stelle von Tight-Ends, Split-Ends, Halfbacks oder Fullbacks
werden häufig Wide Receiver (Empfänger von Steilpässen)
eingesetzt. Sie sind ebenfalls an der Line of Scrimmage postiert, jedoch
in größerem Abstand von den anderen Spielern. Die verteidigende
Mannschaft besteht aus Linemen, die die vordere Verteidigungslinie bilden,
einer Reihe von Linebackern und verschiedenen Defensive Backs, die man
als Secondary bezeichnet. In der vorderen Verteidigungslinie können
beliebig viele Spieler stehen, meistens werden jedoch drei oder vier Linemen
eingesetzt. Die verteidigenden Linemen sollen Laufangriffe des Gegners
stoppen und bei Paßangriffen den gegnerischen Quarterback unter Druck
setzen. Die Linebacker stehen hinter der vorderen Verteidigungslinie und
sollen laufende Angreifer stoppen, den Quaterback des Gegners in Bedrängnis
bringen und die gegnerischen Paßempfänger decken. Meistens werden
drei oder vier Linebackers aufgestellt. Die Secondary besteht aus Cornerbacks,
die die Wide Receiver decken, und Safetys, die Receiver decken, die Verteidigung
von Laufangriffen unterstützen und versuchen den Quarterback der gegnerischen
Mannschaft nicht ins Spiel kommen zu lassen. Die Secondary umfaßt
gewöhnlich zwei Cornerbacks und zwei Safetys.
Spielzüge:
Das Spiel beginnt
mit dem Kickoff. Dabei wird der Ball vom Center der verteidigenden Mannschaft
von der 35-Yard-Linie mit einem weiten Kick ins Spiel gebracht. Die angreifende
Mannschaft fängt den Ball und versucht, ihn so weit wie möglich
in die gegnerische Hälfte zu befördern. Der ballführende
Spieler darf von seinem Gegner angegriffen und zu Boden gezwungen werden.
An der Stelle, wo er zu Boden kam, wird ein Down (Versuch) ausgeführt.
Nach einem Down formieren sich die Spieler zu einem Scrimmage (Gedränge).
Ein Spielzug beginnt mit dem Snap. Dabei wirft der über den Ball gebeugte
Center den Ball durch die Beine nach hinten, meist zum Quarterback. Je
nach angesagtem Spielzug kann der Quarterback den Ball passen, an einen
anderen Spieler übergeben oder selbst mit ihm laufen. Während
des Scrimmage dürfen die Spieler der angreifenden Mannschaft die Verteidiger
mit dem Körper blocken. Der spektakulärste Angriffsspielzug ist
der Paß nach vorne, bei dem der Ball vorwärts zu einem vorher
festgelegten Fänger geworfen wird. Paßgeber ist fast immer der
Quarterback, Fänger können u. a. die anderen drei Backs oder
die beiden Ends sein. Ein Paß nach vorne darf nur während eines
Scrimmage stattfinden, und der Ball muß hinter der Line of Scrimmage
geworfen werden. Ein Paß zur Seite darf überall ausgeführt
werden, solange der Ball im Spiel ist.
Die Verteidiger
versuchen, die Angreifer am Raumgewinn zu hindern. Sie versuchen, den Angriff
zu stoppen, bevor die Line of Scrimmage überschritten wurde. Nach
jedem Spielzug stellen sich die Mannschaften zu einem neuen Scrimmage auf.
Gelingt es den Angreifern nicht, in vier Downs 10 Yards (10 Meter) zurückzulegen,
kommt der Gegner in Ballbesitz. Wenn die 10 Yards Raumgewinn nicht erreicht
wurden, wird oft beim vierten Down der Ball mit dem Fuß weit nach
vorne getreten (Punt). Beim Punt läßt der Kicker den Ball aus
der Hand fallen und schießt, bevor der Ball den Boden berührt.
Auf diese Weise kann eine Mannschaft den Ball weit von der eigenen Endzone
wegbefördern, bevor sie ihn abgeben muß, und somit die Ausgangssituation
für den Gegner verschlechtern.
Regeln:
Die reine Spielzeit
beträgt viermal 15 Minuten mit einer 20minütigen Pause in der
Halbzeit. Die anderen Viertelpausen dauern jeweils eine Minute. Nach jedem
Viertel werden die Seiten gewechselt. Football ist ein sehr rauhes
Spiel mit vielen harten Körperkontakten. Deshalb müssen die Spieler
eine Schutzausrüstung tragen, bestehend aus Unterleibsschutz, einem
Gürtel mit Hüftpolstern, einer Hose mit Taschen für Knie-
und Oberschenkelschützer,
Rippen- und
Nierenschutz, Schulterpolstern, Arm-, Ellbogen- und Handschützern,
Helm mit Schutzgitter und Kinnriemen. Sieben Schiedsrichter leiten das
Spiel: ein Referee, ein Umpire, ein Linesman, ein Field Judge, ein Back
Judge, ein Line Judge und ein Side Judge. Der Referee fungiert als Oberschiedsrichter.
Er überwacht die anderen Schiedsrichter, entscheidet in allen Fragen,
die nicht in die Befugnis der anderen Schiedsrichter fallen, und verhängt
Strafen. Der Umpire überwacht Ausrüstung, Verhalten und Aufstellung
der Spieler. Die wichtigste Aufgabe des Linesman ist die Kennzeichnung
der Ballposition am Ende eines Spielzuges. Der Field Judge überwacht
die Spielzeit mit einer Stoppuhr. Für bestimmte erfolgreich ausgeführte
Spielzüge werden Punkte vergeben. Ziel des Spieles ist es, mehr Punkte
zu erzielen als der Gegner. Steht das Spiel nach der regulären Spielzeit
unentschieden, gibt es eine Verlängerung von 15 Minuten. Fällt
in dieser Verlängerung keine Entscheidung, wird das Spiel unentschieden
gewertet. Spiele, in denen eine Entscheidung fallen muß, werden so
lange fortgesetzt, bis eine Mannschaft punktet. Auf vier Arten können
Punkte erzielt werden: durch einen Touchdown, ein Fieldgoal, ein Safety
und einen Zusatzversuch. Ein Touchdown wird erzielt, wenn ein Spieler den
Ball in die gegnerische Endzone trägt oder dort einen Paß
fängt. Er zählt sechs Punkte. Eine Mannschaft hat nach einem
Touchdown die Möglichkeit, bei angehaltener Uhr einen oder zwei
Extrapunkte zu erzielen (Conversion). Laufen oder Passen in die Endzone
zählen dabei zwei Punkte, ein Kick in das Tor über die Querstange
einen Punkt. Ein Fieldgoal zählt drei Punkte. Dabei wird der Ball
durch einen Kick, bei dem ein Spieler den Ball mit der Spitze nach oben
für den Kicker auf dem Boden festhält, über die Querlatte
in das Tor geschossen. Nach jedem Feldtor oder Extrapunkt muß die
erfolgreiche Mannschaft einen Anstoß ausführen. Außerdem
kann die verteidigende Mannschaft zwei Punkte für einen Safety erzielen,
wenn sie die angreifende Mannschaft dazu zwingt, einen Spielzug in deren
eigener Endzone zu beenden. Legen die Angreifer den Ball in bestimmten
Situationen, z. B. nach der Annahme eines Anstoßes, absichtlich in
der eigenen Endzone ab, so nennt man dies einen Touchback; er bringt
keine Punkte
ein. Hat eine Mannschaft einen Safety erlitten, muß sie den Ball
durch einen Punt erneut ins Spiel bringen.
Geschichte:
American Football
entstand 1869 aus dem englischen Rugby. Das Spiel erhielt neue Regeln,
die jedoch wegen zahlreicher Todesfälle bereits 1905 wieder geändert
wurden. Das erste Profi-Footballspiel fand 1895 in den USA statt. Die erste
Profiliga war die 1920 gegründete American Professional Football Association,
die 1922 durch die National Football League abgelöst wurde. Seither
erfreuen sich die Spiele der NFL in den USA großer Beliebtheit. Der
Höhepunkt der Saison ist die Super Bowl, die jedes Jahr im Januar
stattfindet und via Satellit in vielen Ländern der Welt ausgestrahlt
wird. Seit Ende der siebziger Jahre wird American Football auch in der
Bundesrepublik Deutschland gespielt. 1979 wurden die ersten deutschen
Meisterschaften ausgetragen. Mittlerweile hat sich auch eine Football-Liga
etabliert. Der Dachverband des Footballsportes in Deutschland ist der American
Football Bund Deutschland (AFBD, gegründet 1979) mit Sitz in Düsseldorf.
Schiedsrichterzeichen:
Also eigentlich doch
gar nicht schwer oder?
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