Saarland Hurricanes verlieren in einem Spiel für
die Geschichtsbücher mit 60:83 gegen die Stuttgart Scorpions
Luon Spearman erzielt 5 Touchdowns in einem
Punktefestival, in dem die Stuttgarter verdient die Oberhand behielten. 143
Punkte in einem Spiel bedeuten all time Rekord im deutschen Football!
(tr.sh) Unglaublich! War überhaupt eine Defense auf dem Platz? Die Punke lassen
es nicht vermuten. Das, was sich gestern im GAZi Stadion auf der Waldau in
Stuttgart abgespielt hat, war spektakulärer Football verrückt. Für jeden
Offense-Freak war es ein Festival. Wie konnte so ein Ergebnis zustande kommen?
Wann war das Spiel entschieden?
Mal sehen, ob wir eine Antwort finden. Die Begegnung fing mit
einem scoring Drive der Gastgeber an. Die Saarländer konnten antworten. Nachdem
die Schwaben auf 16:8 erhöhten, kam es zur ersten spielentscheidenden Szene.
Die Angriffsformation der Canes konnte von den Scorpions gestoppt werden. In
einem 3. Versuch und lang kassierte David Drane, der Quarterback der Saarländer,
bereits den 3. Sack und fumbelte das Ei. Drei Spielzüge später erhöhten die
Stuttgarter auf 24:06. Erstmals konnten sich die Stuttgarter absetzen. Ab sofort
liefen die Canes immer mehr als nur einem Touchdown hinterher. Spätestens jetzt
war der Gameplan von Kirk Heidelberg über den Haufen geworfen. Aber seine Jungs
in der Offense konnten damit umgehen. Quarterback David Drane spielte sein
bestes Spiel für die Schwarz-Roten. Immer unter Zugzwang komplettierte er einen
Pass nach dem anderen. Luon Spearman kam in der ersten Halbzeit als Ballträger
kaum noch zum Einsatz. Bis kurz vor der Halbzeit ging es hin und her. Die
Verteidigung der Canes fand kein Mittel, das Laufspiel der Schwaben zu stoppen.
Sie wurde einfach platt gewalzt. Auf der anderen Seite verzweifelte aber auch
Andreas Wengertsmann, der Coach der Gastgeber, angesichts der Leistung seiner
Verteidigungsreihe. Anfangs auf Laufverteidigung eingestellt, sahen sich seine
Mannen immer mehr in der Pflicht, das Passspiel zu respektieren und zu
verteidigen. Auffällig wurde aber schnell, dass die Stuttgarter Verteidigung
sich je näher es an die eigene Endzone ging desto wirksamer den Angreifern
entgegen stemmen konnten. So ist auch ein durchaus wichtiger Faktor in diesem
Spiel zu erklären. Den Gästen aus dem Saarland gelangen bei 9 Td´s nur 6 zusätzliche
Punkte. Den Gastgebern hingegen bei 11 Td´s 17 Punkte. Da scheint es nur
zwangsläufig, das die Stuttgarter dieses Spiel gewinnen mussten. Aus Sicht der
Canes gab es aber auch Chancen dieses Partie zu drehen und für sich zu
entscheiden. Beim Stand von 30:20 konnte Joe Frick einen Fumble von Nilo Silvan
erobern und sein Team ins Spiel zurückbringen. In dieser Begegnung, in dem der
Angriff fast immer scoren konnte, verkürzten die Saarländer auch prompt auf
30:26. Beim Stand von 38:26 verloren sie aber wieder entscheidend an Boden. Sie
hatten einen 1. Versuch und nur noch 4 Yards zu gehen, konnten aber keine Punkte
verbuchen. Im Gegenzug erhöhten die Scorps wieder auf einen Vorsprung von
mindestens 2 Td`s. Es waren nur noch 90 Sekunden zu spielen, als die Canes das
letzte mal in der 1. Halbzeit das Ei bekamen. Unwiderstehlich markierten sie
noch einen Touchdown vor der Pause. Mit 44:32 wurden die Seiten gewechselt.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Drive der Canes. Gleich
der erste Spielzug führte zu einem TD durch Luon Spearman mit einem Lauf über
60 Yards. 44:38, die Canes waren wieder in Schlagdistanz. Bemerkenswert, dass
die Mannschaft immer wieder ins Spiel zurückkommen konnte. Auch die
Verteidigung schien etwas besser ins Spiel zu kommen. Immerhin zwang man die
Gastgeber mehrmals zu vierten Versuchen. Aber genauso wie der eigene Angriff,
musste man auf der Seite der Saarländer erkennen, dass die Stuttgarter stets
eine Antwort wussten. So wurden 2mal auch 4. Versuche und mehr als 10 Yards zu
gehen von den Scorpions in first downs verwandelt. Einmal war es ein Pass,
einmal ein Reverse-Spielzug, der für den nötigen Raumgewinn sorgte. Bis zum
68:60 blieben die Canes in Schlagdistanz. Es war auch bei diesem Spielstand und
bei nur noch 3 Minuten verbleibender Spielzeit, als der lange 4. Versuch durch
die Stuttgarter per Pass erfolgreich ausgespielt wurde. Statt dem möglichen
Angriffsrecht musste die Verteidigung das vorentscheidende 76:60 hinnehmen. Die
2-Minute-Warning war schon längst ausgesprochen als ein mittlerweile
angeschlagener David Drane seine Offense erneut auf den Platz führte. Doch die
„Hail Mary“ Pässe kamen nicht an, das Angriffsrecht wurde abgegeben und die
Scorps erhöhten sogar noch auf 83:60. Dass David Drane zum Abschluss des Spiels
noch eine Interception warf, interessierte nur noch die Statistiker. Das Spiel
war zu diesem Zeitpunkt schon gelaufen.
83:60, was für ein Spiel!
Was können wir am kommenden Wochenende erwarten, wenn es zum
Rückspiel im Ludwigspark kommt? Headcoach Kirk Heidelberg gewinnt der Situation
durchaus einen positiven Aspekt ab. „Zu Hause werden wir ein Mittel finden,
den Angriff der Stuttgartern auch einmal zu stoppen. Nach dem überragenden Sieg
gegen Schwäbisch Hall ist heute jeder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt
worden. Für den Samstag brauche ich keinen zu motivieren. Jeder im Team will
diese Scharte wieder auswetzen. Wir hatten heute Chancen und konnten sie nicht
nutzen. Noch mal passiert uns das nicht!“
Wollen wir hoffen, dass seine Mannschaft das am kommenden
Samstag ab 17:00 Uhr im Ludwigspark beherzigt und umsetzen kann. Für die
Zuschauer wird es auf jeden Fall ein Spektakel. Wie intensiv dieses Spiel geführt
wurde, zeigt auch die große Anzahl der angeschlagenen Spieler. David Drane mit
einer Oberschenkelverletzung, Hendrik Voss am Knöchel verletzt, Holger Neumann
mit Schleudertrauma, Murrat Senem mindestens mit Rippenprellung, um nur einige
zu nennen. Und am Samstag geht es weiter. Es wird wieder ein harter Kampf,
lassen wir uns überraschen. Why not us?..
feel the wind...