Saisonstart für die schweren Jungs
Mit dem Auswärtsspiel bei den Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag um 17 Uhr beginnt für die Saarland Hurricanes die neue Bundesliga-Saison. Kirk Heidelberg, der neue Headcoach der American Footballer, verspricht bessere Spiele als in der vergangenen Saison.
von sz-redakteur
mark weishaupt
Saarbrücken. Kirk Heidelberg hat nicht viel Zeit. "Zehn Minuten" - mehr kann der Headcoach des American-Football-Bundesligisten Saarland Hurricanes nicht entbehren. Verständlich, denn zu kostbar sind die Stunden, die er zur Verfügung hat, um seine Mannschaft auf den Saisonstart am Samstag um 17 Uhr bei den Schwäbisch Hall Unicorns vorzubereiten.
Heidelberg gilt als einer der besten Football-Trainer in Deutschland, hat die Cologne Crocodiles (2000) und die Hamburg Blue Devils (2003) zum German Bowl, der deutschen Meisterschaft, geführt. Die Verpflichtung des US-Amerikaners ist ein Riesengewinn für die Hurricanes, keine Frage - aber gleichbedeutend damit, dass die Canes jetzt direkt zu Saisonbeginn alles in Grund und Boden spielen oder gar auf den Titel spekulieren, ist sie natürlich nicht. "Das ist kein leichter Job hier", sagt Heidelberg und macht sich keine Illusionen: "Unser Aufgebot ist relativ klein. Einfach wird es sicher nicht." Was aber nicht heißen soll, dass er die Hurricanes ohne Chancen sehen würde. "Ich bin kein Zauberer", schätzt Heidelberg die Lage realistisch ein, "wir befinden uns hier in einem Prozess, der länger dauern wird. Aber die Jungs, die da sind, machen eine gute Arbeit, und wir müssen und wollen besser spielen als im vergangenen Jahr."
Besser spielen als 2004 - das dürfte, wenn man sich die Bilanz der vergangenen Spielzeit ansieht, durchaus zu machen sein. Ein magerer Sieg in zehn Spielen sprang heraus. Wenn es nach Kirk Heidelberg geht, soll sich das schleunigst ändern. "Natürlich ist das Erreichen der Playoffs unser Ziel", sagt der Headcoach - wohl wissend, dass die Canes in der Gruppe Süd dazu nur eine Mannschaft hinter sich lassen müssen. Denn nach dem Rückzug der Franken Knights in die Zweite Liga treten in der Südgruppe nur fünf Teams gegeneinander an.
"Ich bin sehr gespannt, was wir am Samstag zeigen können", freut sich Heidelberg auf sein erstes Spiel als Headcoach für die Canes. Noch mehr freut er sich allerdings auf den ersten Auftritt vor heimischer Kulisse am Samstag, 28. Mai, wenn der Bundesligist um 17 Uhr im Saarbrücker Ludwigspark die Düsseldorf Panther empfängt. "Eine gute Kulisse" wünscht sich Heidelberg, dem die Auftritte Zuhause besonders am Herzen liegen: "Wir wollen alle unsere Heimspiele gewinnen."
Bei der Verwirklichung dieses Vorhabens baut Kirk Heidelberg vor allem auf den neuen Quarterback der Hurricanes, den Engländer David Drane. Der Spielmacher der englischen Nationalmannschaft wechselte kurzfristig ins Saarland, weil der ursprünglich als Quarterback vorgesehene US-Amerikaner Matt Schabert wegen Heimweh in die Staaten zurückkehrte. Drane führte 2000 die Cologne Crocodiles zum German Bowl - unter Cheftrainer Heidelberg. "Ich kenne den Trainer und sein System. Daher war es recht einfach für mich, mich hier einzugewöhnen", sagt Drane. Gute Voraussetzungen also für eine bessere Saison als 2004.