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Austin hat die Playoffs noch im Kopf
Der US-Amerikaner ist in dieser Saison der herausragende Spieler der Saarland Hurricanes
Auch nach fast 20 Jahren im Sport erlebt man noch Premieren. So hätte sich American-Football-Spieler Sherman Austin von Bundesligist Saarland Hurricanes wohl nie träumen lassen, dass er mal als Quarterback antreten würde.
(ver/SZ) Saarbrücken/Völklingen. Normalerweise bekommt Sherman Austin, der 1,70 Meter große US-Amerikaner der Saarland Hurricanes, den Ball von eben jenem Quarterback -und spielt dann seine Schnelligkeit aus, um möglichst viel Raumgewinn zu erzielen. Doch als sich der etatmäßige Quarterback der Canes, Cody Lee Smith, vor zwei Wochen gegen die Stuttgart Scorpions die Schulter brach, musste jemand einspringen. Und so teilten sich Abwehrspieler Kyle Slusser und Running Back Sherman Austin diese Position. "Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Quarterback gespielt habe. War ziemlich cool", grinst Sherman Austin. Doch er gibt ehrlich zu: "Kyle hat den besseren Wurfarm. Dafür kann ich schneller rennen."
Nachhilfe bei Papa Smith
In dieser Woche nehmen beide Spieler, Slusser und Austin, Nachhilfe beim Vater des verletzten Cody Lee Smith. Der ist zu Besuch. Und da er zu Hause in den Staaten Quarterback-Trainer ist, unterstützt er nun die Hurricanes. "Ein Quarterback muss immer weiter denken als andere. Er trägt sehr viel Verantwortung", weiß Austin. Bei seinem ersten Auftritt als Spielmacher hat er einige Fehler gemacht. Umso ehrgeiziger wird jetzt trainiert. Mit dem bisherigen Saisonverlauf der Saarland Hurricanes ist Sherman Austin absolut nicht zufrieden. "Wir haben viele Chancen nicht genutzt", erklärt der Amerikaner. Doch bei den Hurricanes hat er etwas gespürt, was es in seinem ersten Jahr in der deutschen Bundesliga, das er bei den Cologne Crocodiles verbrachte, nicht erlebt hat. "Egal, was passiert ist, das Team hat immer zusammengehalten. Viele andere Teams hätten in dieser Situation aufgegeben. Wir nicht", so Austin. Stark verbessert haben sich seiner Ansicht nach auch seine Kollegen in der Hurricanes-Offense. Da die Gegner sich meist auf die Bewachung des pfeilschnellen Running Backs konzentrieren, ist der Weg für andere frei geworden. Spieler wie Chad Wedeking, Jeremy Simms, Michael Freis und Thorsten Scherer haben immer größeren Raumgewinn zu verzeichnen. Deshalb sieht der 25-Jährige auch gute Chancen für das Spiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag um 17 Uhr im Saarbrücker Ludwigspark. "Jeder in unserem Team will unbedingt gewinnen", sagt Sherman Austin. Auch die Hoffnung auf einen Einzug der Hurricanes in die Playoffs hat er noch nicht aufgegeben. "Die Teams, gegen die wir verloren haben, waren nicht besser als wir", glaubt Austin. Für ihn persönlich ist zuletzt alles perfekt gelaufen. Austin wurde sogar eingeladen, im nächsten Jahr für die deutsche Football-Nationalmannschaft zu spielen. Das ist möglich, weil er deutsche Vorfahren und deshalb auch einen deutschen Spielerpass hat. Doch nach der Saison möchte der 25-Jährige zunächst sein Studium beenden. "Außerdem werde ich viel trainieren und im Winter eventuell beim Arena Football antreten", erzählt der Running Back. Die Hallen-Football-Ligen in den USA wachsen ständig, immer mehr Spiele werden auch im Fernsehen übertragen. Wenn es zeitlich klappt, will Sherman tatsächich nächstes Jahr für Deutschland spielen. Und wenn es möglich ist, möchte er auch gerne zu den Canes zurückkehren.
Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 14.08.04
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