Bundesliga-Football: Saarland Hurricanes unterliegen gegen die Franken Knights mit 6:16
(Florian Lösch/SZ) Saarbrücken. Der Geruch von kleinen Schokoladen- und Vanilletörtchen steigt in die Nase. Leckerer Kuchen und natürlich Bratwürste stehen dem in nichts nach. Nicht bei einem Kindergeburtstag, sondern im Saarbrücker Ludwigspark gab es diese Köstlichkeiten am Samstag zu genießen. Es spielten die Saarland Hurricanes gegen die Franken Knights aus Rothenburg, eine Partie der "German Football League". Nicht nur wegen des Essens, irgendwie erinnerte dieses wichtige Spiel für die Footballer aus dem Saarland an eine große Feier - bei der aber nicht alle zufrieden sein konnten.
"Saarland Hurricanes roll right over you!" Ganz so mit dem Überrollen hatte es in dieser Saison noch nicht geklappt bei den Hurricanes. Der motivierende Spruch ihrer Cheerleader hatte auch gegen die Franken nur in den ersten beiden Vierteln den Ansatz einer Berechtigung. Gegen die Knights sollte nach fünf Niederlagen endlich der erste Saisonsieg her. Äußerlich wurde nichts dem Zufall überlassen. Am Eingang zur Gegentribüne wurden kleine Tröten verteilt, damit die 1700 Fans Stimmung machen konnten.
Zum Spiel: Knights im Ballbesitz, beim dritten Versuch, zehn Yards zu überqueren. Quaterback Tyler Matthews wirft den Ball Richtung Receiver Markus Schöpf, doch er kommt nicht an. Denn blitzschnell springt Hurricanes-Verteidiger Kwame Agyin dazwischen, fängt das Ei ab und trägt es 13 Yards auf die gegnerische 35-Yard-Linie. In der darauf folgenden Offense-Phase schaffte es Andreas Marz in die Endzone. "Touchdown Canes", ruft Moderator "Kenny the Voice" ins Mikrofon. 6:0 für die Saarländer, Extrapunkt zwar verpasst, dennoch sieht es hoffnungsvoll aus. Die Knights sind bis zu diesem Zeitpunkt völlig von der Rolle, geben eine Lehrstunde über die "Kunst" des Nichtfangens.
"Da könnte was gehen", sagt Canes-Pressechef Thorsten Reif in der Halbzeitpause. Doch es kommt anders. Wie so oft in dieser Spielzeit, ließen die Saarländer rapide nach. Es häuften sich kleine Fehler, die das große Unheil verursachten. Zunächst Touchdown für die Gäste durch Fritz Roy, dann der Lauf von Matthews in die Endzone. Schließlich drei Punkte nach einem Kick von der 20-Yard Linie - die 6:16-Niederlage ist perfekt.
Am kommenden Samstag um 17 Uhr geht's gegen die Stuttgart Scorpions. Ein Sieg muss her, sonst rückt die erhoffte Playoff-Teilnahme in weite Ferne. Garantiert sind jedenfalls gute Laune, Tröten und Kuchen.
Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 26.07.04