Saarland Hurricanes verlieren Saisonauftakt gegen Hannover mit 06:13

Ausgerechnet vor der Rekordkulisse von 1.600 PubliCanes mussten sich die Saarländer in einem an Höhepunkten armen Spiel knapp dem Liganeuling aus Niedersachsen geschlagen geben

(tr.sh 31.05.04)Die Rahmenbedingungen waren geradezu optimal am Samstag, als gegen 17:00 Uhr die Spezialteams den Rasen betraten. Bei strahlendem Sonnenschein und trotzdem noch erträglichen Temperaturen fanden ca. 1.600 Zuschauer den Weg in den Ludwigspark. Mit Hannover stand auch noch eine vom Papier her lösbare Aufgabe vor den Spielern. Alles war angerichtet, um einen perfekten Saisonstart zu feiern.
Leider kam es am Ende dann doch ganz anders. Aber der Reihe nach:
Die Canes durften das Ei zu Beginn des Spieles returnieren. Mit der ersten Angriffssequenz wurde jedoch kein wesentlicher Raumgewinn erzielt. Nach 3 Versuchen kamen die Gäste dann per Punt in Ballbesitz.  Sie erzielten zwar einige First downs, fanden aber keine Möglichkeit, in der Redzone der Hausherren Raumgewinn zu erzielen. Der folgende Fieldgoalversuch ging daneben. Die Begegnung nahm in der ersten Halbzeit einen ähnlichen Verlauf, wie die ersten beiden Drives. Es entwickelte sich ein wirklich unansehnliches Spiel, dass geprägt war von vielen Unterbrechungen durch Strafen und kleineren Verletzungspausen.
Die Defense der Canes zeigte sich über die gesamte erste Halbzeit immer wieder auf Höhe des Spielgeschehens. Obwohl die Gäste aus Niedersachsen häufig in guter Feldposition in Ballbesitz kamen, konnten sie keine zählbaren Ergebnisse erzielen.
Leider gab der 2. Mannschaftsteil der Canes auch nicht annähernd eine ähnlich solide Leistung ab. Obwohl ich mit diesem Urteil einigen Unrecht tue, so kam unter dem Strich bis kurz vor der Pause nichts zählbares heraus. Quarterback Cody Lee Smith bekam durch die Arbeit seiner Blocker zwar oft genug Zeit, um seine Pässe in Richtung Mitspieler loszuwerden, aber essentieller Raumgewinn wurde nur selten erzielt, denn all zu viele Bälle wurden fallen gelassen. Immer wieder warfen Strafen das angreifende Team zurück, das galt übrigens für beide Teams. Und kamen die Pässe einmal an, waren diese meist nur für wenige Yards gut. Die Receiver der Canes wurden fast immer nach dem Catch erfolgreich attackiert, so dass keine nennenswerten Raumgewinne durch run after catch erzielt werden konnten. Runningback Sherman Austin gab zwar eine sehr auffällige Figur ab, alleine konnte er aber mit dem Laufspiel die Defense der Musketeers über weite Strecken nicht in Bedrängnis bringen. Endlich kurz vor der Halbzeit schien der Knoten geplatzt zu sein. Mit vielen kurzen Spielzügen marschierte die Offense über den Platz. Letztendlich war es Code Lee selbst mit einem Quarterbacksneek, der für die letzten nötigen Yards zum ersten Touchdown der Saison 2004 sorgte. Zwar kamen die Musketeers innerhalb der letzten verbleibenden Minuten der ersten Halbzeit nochmals gefährlich nahe an die Endzone der Canes – aber wie schon zuvor hielten die Verteidiger den Angreifer erfolgreich vom Punkten ab.
Wer dachte, die Canes kommen nach dem Wechsel hoch motiviert aus der Kabine und wollen an die erfolgreichen letzten Minuten anknüpfen, sah sich leider im Irrtum. Auch wenn der Wille dazu da war, davon sollten wir ausgehen, musste man nach dem Seitenwechsel im 3. Quarter die wohl schwächste Mannschaftsleistung der Canes seit langem im Ludwigspark ertragen. Zwar hielt die Defense den ersten Ansturm der Gäste noch stand, doch gravierende Fehler in den Spezialteams brachten Hannover immer wieder in derart günstige Fieldpositions, dass die Punkte für den Gegner nur noch eine Frage der Zeit waren. So unterliefen den Canes in dieser Phase unter anderem ein Fumble beim returnieren eines geblockten Fieldgoals und ein Fumble beim Kick-off-return. Im 3. Viertel vermochten die Musketeers dann auch die entscheidenden Punkte zum zunächst 06:07 und später noch zum Endstand von 06:13 erzielen. Zu der eigenen starken Defenseleistung in der Red Zone kam das desolate Kicking Team der Gäste. Nur diesen Umständen hatten es die Canes zu verdanken, dass im letzten Viertel ein Sieg noch möglich gewesen wäre. So kam es auch zu einem ansehnlichen Drive der Hausherren in den letzten Minuten. Bereits an der gegnerischen 20 Yard-line angekommen, fehlten nur noch wenige Meter zum Ausgleich. Doch leider schaffte es Quarterback Code Lee Smith nicht, aussichtsreich postierte Mitspieler mit seinen Pässen zu finden. Auch der letzte ausgespielte 4. Versuch brachte nicht den nötigen Raumgewinn, um den Angriffzug am Laufen zu halten.
Die Gäste aus Hannover, als Underdogs angetreten, konnten die Zeit herunterlaufen lassen und gingen als Sieger vom Platz.

Unter diesen Eindrücken kann ich jetzt der langen Heimspielpause sogar positive Seiten abgewinnen. Denn trotz prächtigem Wetter und der angesichts des mäßigen Spiels auf dem Rasen hervorragenden Stimmung auf den Rängen, werden die Wenigsten begeistert nach Hause gegangen sein. Jetzt hat die Mannschaft Zeit, sich bei Ihren Auswärtsspielen zu rehabilitieren. Und beim nächsten Auftritt vor dieser prächtigen heimischen Kulisse sollten wir alle ein anderes Gesicht unseres Teams zu sehen bekommen.

So keep your head up and feel the wind!!