Saarland Hurricanes dominieren Nürnberg Rams bei ihrem 43:13 (9:7/13:0/14:0/7:6) Sieg im Endspurt um die Meisterschaft.

Die Gäste aus dem Frankenland hatten den ersten Ballbesitz, den sie auch promt zur 7:0 Führung ausnutzen konnten. Der tiefe 80 Yards-TD-Pass von Spielmacher Brett Kassel auf seinen völlig frei laufenden Receiver Sebastian Kurrer sollte an diesem Tag aber das einzige Big Play der Gäste bleiben. Kurrer war seinem Bewacher Dante Neumann auf der Route bei einem Cut in die Hacken gelaufen, so dass dieser zu Boden ging. Weit und breit fand sich dann kein Canes Spieler mehr, der diesen Touchdown hätte verhindern können. Das Team von Joe Sturdivant ließ sich von diesem frühen Rückstand allerdings nicht wirklich beeindrucken. Auch wenn sie wie so oft schon in der Saison beim ersten eingenen Drive erst einmal nicht die Endzone fanden. Sie kamen zwar bis an die 3 Yardline der Rams, schafften den letzten Schritt aber nicht. Philip Gabel verschoss das folgende Fieldgoal, so dass die Rams erneut in Ballbesitz kamen.

Doch die saarländische Verteidigung ließ kein First Down zu und ebnete so den Weg zum 7:7 Ausgleich. Schnell wurde den 742 Fans auf der Tribüne klar, dass die Rams kein Mittel gegen den wuchtigen Laufangriff der Canes parat hatten. Läufe für mehr als 10 Yards waren eher die Regel als die Ausnahme. Vor allem Kai Hunter und Jason Thomas trugen das Ei immer wieder effektiv nach vorne. Auch auf der Spielmacherposition wechselten sich Brock Dale und Alexander Haupert bei fast jedem Spielzug ab. Am Ende war es Jason Thomas, der die letzten 5 Yards in die Endzone überbrückte und für die vielumjubelten ersten Punkte der Hausherren sorgte. Die 9:7 Führung zum Seitenwechsel resultierte dann aus einem Safety der Canes-Defense. Nach einem Three-and-out ging der Snap der Rams über den Punter in die Endzone, von wo der Rams Spieler das Ei nur noch nach hinten ins Aus kicken konnte, um einen möglichen Touchdown für die Verteidigung zu verhindern. Dies hätte Kody Smith noch im ersten Viertel nachholen können, aber bei seinem Lauf in die Endzone über 15 Yards wurde sein Stiffarm gegen einen Verteidiger als absichtliches Facemask interpretiert und somit zurückgepfiffen. Laut Schiedsrichter hatte er die Hand nicht nur am gegnerischen Helm sondern den Gegner auch am Facemask zu Boden gerissen. Auf dem Video war dies nur schwer nachzuvollziehen. Smith sollte am gestrigen Tag wohl keinen Touchdown erzielen, denn im dritten Quarter wurde ihm bei einem weiteren Lauf in die Endzone selbiger erneut wegen eines Vergehens versagt. Dieses Mal wegen zu frühem Jubelns auf dem Platz.

Nach dem ersten zurückgepfiffenen Touchdown von Smith wurden die Seiten gewechselt. Erneut Jason Thomas brachte dann die nächsten Punkte aus 3 Yards aufs Board. Im nächsten Drive machte er den Hattrick perfekt, als er dieses Mal aus 2 Yards seinen Weg in die Endzone zum 22:7 Pausenstand fand.

Die 2. Hälfte begann für die Canes-Offense wie in Hälfte 1 erst einmal ohne Punkte. Im zweiten Drive aber legten sie nach. Brock Dale bediente seinen Receiver Bernd Wahlster für dessen ersten Touchdown im Dress der 1. Mannschaft. Er war Anfang des Jahres aus der 2. Mannschaft in das GFL2 Team aufgerückt. Anscheinend war Coach Sturdivant auf den Geschmack gekommen, denn auch der nächste Touchdown resultierte aus einem Passspielzug. Dieses Mal bediente Alexander Haupert Niko Kneis aus 8 Yards zur zwischenzeitlichen 36:7 Fürung.

Bei diesem Spielstand wurden ein letztes Mal die Seiten gewechselt. Leon Helm erhöhte aus 15 Yards auf 43:7. Ein Zwischenstand, den man in dieser Höhe aus Sicht der Hausherren sicher nicht erwarten konnte. Aber die Mannschaft zeigte sich sehr konzentriert, machte wenig Fehler und setzte den Gameplan der Coaches fast perfekt um. Auch wenn am Ende wieder mit 160 Yards deutlich viel zu viele Strafen in den Büchern standen.  Daran muss das Team dringend noch arbeiten. Im letzten Quarter wurde auf Seiten der Canes fleißig getauscht. Die Trainer experimentierten vor allem in der Verteidigung. Auch deshalb gelang den Gästen mit ihrer Offense wieder mehr. Sie durften dann auch den Schlusspunkt setzen. Aus 41 Yards konnte Brett Kessel erneut Sebastian Kurrer bedienen. Dieser ließ dann noch Tibor Sprick aussteigen und sprintete in die Endzone zum 43:13 Endstand.

Nach dem Spiel konnte man in viele glückliche Gesichter blicken. Nicht nur weil gewonnen wurde, sondern wegen der Art und Weise, wie sich das Team präsentiert hatte und weil jeder Spieler diesen Spirit aufgesogen hatte. Ein Fankommentar auf Facebook fasst das gestrige Spiel folgendermaßen zusammen: „Dieses Spiel war ein Fest. Ihr habt alles gegeben. Es hat richtig Spaß gemacht, euch zuzusehen. Das nochmal in den nächsten Wochen und der Aufstieg ist eingetütet. Grosses Kino Jungs“ – dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Das Team kann sich jetzt 2 Wochen auf das Spitzenspiel gegen Ravensburg vorbereiten, um den nächsten Schritt Richtung Meisterschaft zu machen. Die Fans auf der Tribüne werden nach diesem Spiel auf jeden Fall erneut hoch motiviert sein.